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«Die Deutschen lieben die Schweiz»

Andreas Jacobs: «Die Europäische Union ist ein beispielloses Friedenswerk.» (Bild: Bruno Arnold)

Zehn Stichworte, zehn Antworten: Andreas Jacobs, Verwaltungsratspräsident der Jacobs Holding und von Barry Callebaut, äussert sich zu seinem Pendlerdasein zwischen Deutschland und der Schweiz, zum Eur

Von Volker Strohm
am 18.04.2012

«Zehn Stichworte, zehn Antworten» - nach diesem System hat «Handelszeitung Online» im Vorfeld des 42. St. Gallen Symposium, das am 3. und 4. Mai stattfinden wird, Referenten und Topic Leaders des hochkarätig besetzten Anlasses mit aktuellen Themen konfrontiert.

Nach ex-UBS-Chef Peter Wuffli ist Andreas Jacobs an der Reihe. Der 48-Jährige bezeichnet sich selbst als unabhängiger Unternehmer - und ist in dieser Funktion derzeit Verwaltungsratspräsident der Jacobs Holding AG und von Barry Callebaut sowie Vizepräsident des Adecco-Verwaltungsrats. Zudem sitzt der promovierte Rechtswissenschafter im Gesellschafterausschuss der Dr. August Oetker KG.

1. Stichwort: «Facing Risk» - das Symposium-Thema 2012
Andreas Jacobs: Das ist unternehmerischer Alltag!

2. Stichwort: «Bankgeheimnis»
Heisst das nicht «Bankkundengeheimnis»?

3. Stichwort: «Bonuszahlungen»
Wir haben in den Unternehmen, an denen wir eine Beteiligung halten, gute Erfahrungen mit Bonuszahlungen gemacht. Das vor allem deshalb, weil wir nur eine überdurchschnittliche Leistung mit einer Bonuszahlung abgelten und wir überdies langfristige Programme haben.

4. Stichwort: «Verhältnis Schweiz/Deutschland»
Im Allgemeinen lieben die Deutschen die Schweiz. Umgekehrt, so sagt man mir, sei das ein bisschen weniger der Fall. Ich lebe zwar in Deutschland, bin aber geschäftlich fast jede Woche in der Schweiz, und ich spüre persönlich nichts von dieser Kritik.

5. Stichwort: «Bankmanager der Zukunft»
Wir erleben einen tief greifenden Wandel in der Weltwirtschaft in politischer, wirtschaftlicher und finanzpolitischer Hinsicht. Die Bankbranche ist davon besonders stark betroffen. Der Bankmanager, der an die Bedürfnisse seiner Kunden denkt und nicht daran, welches Produkt die höchste Marge bringt, hat Zukunft.

6. Stichwort: «Finanzmarktsteuer»
Viele Staaten haben leere Taschen, da ist jede Steuer recht. Im globalen Wettbewerb, in dem die Finanzinstitute stehen, würde eine Finanzmarktsteuer nur Sinn machen, wenn sie global eingeführt würde. Daran glaube ich nicht, dafür ist der Widerstand zum Beispiel aus Grossbritannien zu gross. Zudem gilt es zu bedenken, dass zahlreiche Banken in Europa noch keineswegs wieder auf einem soliden Fundament stehen.

7. Stichwort: «Euro/Franken-Untergrenze»
«Facing Risk» – dazu gehören auch die Währungen. Für exportorientierte KMUs ist diese Untergrenze sehr wichtig.

8. Stichwort: «Euro-Rettungsschirme»
Man kann diese Rettungsschirme noch so gross machen – irgendwann müssen die hochverschuldeten Länder in Europa ihren Staatshaushalt wieder in Ordnung bringen. Das wird schmerzhaft sein, aber unumgänglich.

9. Stichwort: «Europäische Union in 10 Jahren»
Die Europäische Union ist ein beispielloses Friedenswerk, das Europa Stabilität und Wohlstand gebracht hat. Ich hoffe, die Europäische Union schafft den nötigen Wandel und steht in 10 Jahren stärker da denn je.

10. Stichwort: «Börsenjahr 2012»
Fragen Sie mich am 31. Dezember 2012 wieder!

Lesen Sie am Montag auf «Handelszeitung Online» die Antworten von Oswald Grübel, ehemaliger Chef von UBS und Credit Suisse.

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