Der Industriekonzern Dätwyler wechselt den Chef aus: Dirk Lambrecht, der langjährige Leiter des Konzernbereichs Sealing Solutions, wird 2017 neuer CEO. Paul Hälg, der bereits bei Sika als Präsident amtet, wird der Generalversammlung im März 2017 zur Wahl als Verwaltungsratspräsident von Dätwyler vorgeschlagen. Hälg tritt damit die Nachfolge von Ulrich Graf an, welcher sein Amt nach zwölf Jahren altershalber zur Verfügung stellt.

Gleichzeitig mit dem Chefwechsel kommuniziert der Industriekonzern auch die Zahlen für das Jahr 2015. Das Nettoergebnis fiel um knapp 16 Prozent auf 82,2 Millionen Franken zurück und der Ebit um 4,7 Prozent auf 126,1 Millionen. Die Ebit-Marge sank leicht auf 10,8 Prozent von zuvor 11,0 Prozent, wie das Urner Unternehmen am Freitag mitteilte.

Erwartungen nicht erfüllt

Bereits Ende Januar hatte der Mischkonzern den Umsatz bekanntgegeben: Er schrumpfte 2015 um 3,9 Prozent auf 1,17 Milliarden Franken. Organisch und währungsbereinigt wurde jedoch ein Wachstum um 1,8 Prozent verzeichnet. Der starke Schweizer Franken führte bei der Umrechnung der Auslandumsätze zu negativen Währungseffekten von 95,4 Millionen Franken oder 7,9 Prozent.

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Damit hat Dätwyler die Erwartungen der Analysten beim Ebit und Reingewinn nicht ganz erreicht. Laut AWP-Konsens beliefen sich die Schätzungen beim Ebit auf 126,5 Millionen Franken und beim Reingewinn auf 83,5 Millionen.

Lambrecht als Umsatzbringer

Der Konzernbereich Sealing Solutions, der seit zehn Jahren vom designierten CEO geführt wird, zeigte sich stark – was sicherlich ein Grund für die Beförderung an die Spitze des Konzern warn. Unterm Strich steigerte Dirk Lambrecht den Nettoumsatz seiner Einheit auf 705,9 Millionen Franken (VJ 686,4 Millionen). Dazu hätten vor allem die Marktsegmente Health Care und Consumer Goods beigetragen, heisst es in der Mitteilung von Dätwyler.

Im Konzernbereich Technical Components dagegen ging der ausgewiesene Nettoumsatz auf 459,3 Millionen zurück (VJ 526,5 Millionen).

Unveränderte Dividende

Die Aktionäre sollen laut Vorschlag des Verwaltungsrates eine unveränderte Dividende von 2,20 Franken je Inhaberaktie erhalten. Im Vorjahr war aufgrund des 100-jährigen Jubiläums noch eine Sonderdividende gezahlt worden. Nebst einer ordentlichen Bardividende wurde eine Aktiendividende ausgeschüttet, was sich insgesamt zu einem Betrag von gut 7,80 Franken je Inhaberaktie summierte.

Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2016 wurde bestätigt. Weiter erwartet das Management eine Ebit-Marge im Bereich von 10 Prozent bis 13 Prozent und ein Nettoergebnis unter dem Vorjahr, dies aufgrund von «bedeutenden» Währungsverlusten und einer höheren Steuerquote. Unter der Voraussetzung, dass der Schweizer Franken nicht weiter erstarkt, rechnet Dätwyler mit einem Umsatz von gegen 1,25 Milliarden Franken. Bis 2020 strebt das Unternehmen unverändert einen Umsatz von 2 Milliarden und eine Ebit-Marge von 12 Prozent bis 15 Prozent an.

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(awp/ise/ama)