K aum ein Namens-Sponsoring ist hierzulande so präsent in den Köpfen wie dasjenige der Vita-Parcours. Die wenigsten assozieren mit dem Namen noch die Versicherung, die einst die Parcours im Interesse der Volksgesundheit gründete.

504 Anlagen gibt es mittlerweile in der ganzen Schweiz. Zusammen bilden sie eine Gesamtstrecke von 1153 km und gelten als der «Freiluft-Fitnessraum der Schweizer Familien». Seit nunmehr 40 Jahren laufen wöchentlich hunderttausende sportlich begeisterter Bürgerinnen und Bürger mit Kind und Kegel den Tafeln entlang durch die Wälder dieses Landes.

Die Vita-Parcours haben sich als Institution durchgesetzt – die Vita-Versicherung gibt es längst nicht mehr. 1993 wurde sie von der Zürich geschluckt, die das Engagement für die Parcours aus dem gleichen Beweggrund nahtlos weiterführte. «Prävention und das Minimieren von Gesundheitsrisiken spielen für uns bei diesem Engagement eine zentrale Rolle», sagt Tilman Hengevoss, Leiter Corporate Development & Market und GL-Mitglied bei Zurich Schweiz.

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Traumhafte Nutzungswerte

Nur: Der grösste Personenversicherer der Schweiz hat das Engagement lange gar nicht richtig kommuniziert. Erst seit kurzem heissen die Parcours offiziell «Zurich vitaparcours», was Ende Oktober anlässlich des 40. Geburtstags des allerersten Vita-Parcours in Zürich gefeiert wurde.

Die Versicherungsgesellschaft weiss aufgrund von Erhebungen, dass 21% der Bevölkerung regelmässig einen Vita-Parcours benutzen und dass 90% der Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz nicht weiter als 20 km entfernt von einem solchen wohnen. Das sind eigentliche Traumwerte.

Umso erstaunlicher, dass Zurich Schweiz diese Verankerung in der Bevölkerung bisher kommunikativ nicht besser nutzte. «Der Name Vita-Parcourcs ist ein stehender Begriff, weshalb wir ihn zunächst nicht verändern wollten. Doch jetzt ging es uns darum, mit dem Zusatz «Zurich» unser Engagement näher ans Unternehmen heranzuführen, um es einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen», begründet Hengevoss. Das 40-Jahr-Jubiläum sei ein willkommener Anlass dazu, «parallel zur Weiterentwicklung unserer Markenpositionierung Zurich HelpPoint», so Hengevoss.

Das Engagement stand dieses Jahr auch im Zusammenhang mit «schweiz.bewegt – fit für die Euro». Die von Zurich Schweiz mitunterstützte Sportinitiative des Bundesamtes für Sport (Baspo) war im Vorfeld der Euro 2008 in der Schweiz gestartet worden und stellte ebenfalls die allgemeine Volksgesundheit ins Zentrum. Anfang 2008 hatte Zurich die Namensänderung angekündigt und im Laufe des Jahres die weit mehr als 10000 hellblauen Tafeln in Schweizer Wäldern sukzessive durch neue, im weissblauen Corporate Design von Zurich, ersetzt.

Erst im nächsten Jahr sind gemäss Hengevoss lokale Jubiläums-veranstaltungen vorgesehen. Mit den Gemeinden und lokalen Trägerschaften (zum Beispiel Turnvereine) werde die Nutzung der Anlagen sichergestellt. Im Internet auf www.zurich.ch oder direkt www.zurichvitaparcours.ch besteht die Möglichkeit, auf einem Web-Parcours die Fitness in jeder Situation zu trainieren, sei es im Sitzen, Liegen oder Stehen. Ebenfalls im Web gibts weitere Gesundheitstipps rund um die Themen Wohlbefinden und Stressbewältigung. «An der internationalen Konferenz zu Gesundheit und Erholung in Wald und Landschaft im kommenden April wird Zurich vitaparcours prominent dabei sein», nennt Tilman Hengevoss eine weitere begleitende Massnahme.

Seit 1993 eine Stiftung

Wäre es nicht konsequenter gewesen, den neuen Namen «Zurich Parcours» zu wählen statt diesen doch etwas umständlichen? «Nein», findet Hengevoss, «für uns war es wichtig, den breit verankerten Markennamen nicht komplett zu streichen und dafür mit dem Zusatz Zurich unser exklusives Engagement auszudrücken.»

Wie wichtig die Versicherung für die Parcours als Geldgeberin ist, lässt sich schwer sagen. Bei Zurich Schweiz sagt man auf die Frage nach der Höhe der jährlich investierten Summe nur, dass über die Details des Engagements mit den Vertragspartnern Stillschweigen vereinbart wurde. Co-Sponsoren werden jedenfalls keine toleriert. Bereits 1993 wurden die Parcours aber in eine Stiftung überführt, die heute unter dem Präsidium von Präventivmediziner und FDP-Ständerat Felix Gutzwiller zusätzliche Gelder erschliesst.

Von der Namensänderung dürfen die Verantwortlichen von Zurich Schweiz nicht zu viel erwarten. Dass Waldläuferinnen und Waldläufer künftig zum Beispiel zueinander sagen, «bis Samstag auf dem Zurich vitaparcours» ist doch sehr unwahrscheinlich.