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Eine unbequeme Wahrheit über das Grundeinkommen

20 Franken auf Vorrat: Das Grundeinkommen hätte Nebenwirkungen. Keystone

Das Grundeinkommen hat viele und prominente Anhänger. Eine OECD-Studie zeigt aber einen ungewollten Nebeneffekt.

Von Christoph Damm («Bussiness Insider Deutschland»)
am 02.06.2017

Das bedingungslose Grundeinkommen wird schon seit langem heftig diskutiert und spaltet die Experten. Während sich Wirtschaftsgrössen wie der dm-Gründer Götz Werner deutlich für eine Einführung aussprechen, ist der Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft Michael Hüther anderer Meinung: Er findet: Solch ein Sozial-Experiment ist nicht finanzierbar.

Befürworter des Grundeinkommens argumentieren mit der Tatsache, dass immer mehr Jobs der Digitalisierung zum Opfer fallen. Finnland testet seit einigen Monaten bereits ein entsprechendes Modell und Italiens «5-Sterne-Bewegung» verspricht einen «Bürgerlohn», sollte sie an die Macht kommen.

Test zum Grundeinkommen

Jetzt hat die OECD das Ergebnis einer breit angelegten Untersuchung zu den Auswirkungen eines bedingungslosen Grundeinkommens veröffentlicht. Dabei hat die Organisation vor allem getestet, ob und wie Länder in Europa davon profitieren können. Das Ergebnis der Studie dürfte viele überraschen: Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde demnach nämlich kaum zur Armutsbekämpfung beitragen, wenn es nicht durch zusätzliche Steuern gegenfinanziert würde.

Denn: Sollten tatsächlich die aktuellen Unterstützungen für Bedürftige beendet und die freiwerdenden Mittel für ein bedingungsloses Grundeinkommen genutzt werden, würde der Pauschalbetrag geringer ausfallen, als die derzeitigen Unterstützungen, heisst es in der OECD-Studie.

Armutsquoten würden steigen

In einem Modell haben die Experten die Auswirkungen eines Grundeinkommens simuliert. Ergebnis: die Armutsquoten in Finnland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich würden sogar ansteigen.

Menschen mit mittlerem Einkommen könnten hingegen besonders in Frankreich, abgeschwächt auch in Finnland und dem Vereinigten Königreichp rofitieren, weil sie derzeit die Bedingungen für staatliche Hilfen nicht erfüllen, bei einem Grundeinkommen aber auch unterstützt würden. In Italien würden die Armutsquoten unverändert bleiben.

Dieser Text erschien zuerst auf dem «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Eine Studie zeigt eine Wahrheit über das bedingungslose Grundeinkommen, die viele nicht hören wollen».

 

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