Sechs Jahre lang war Georges Schorderet Finanzchef der SAir gewesen. Der Untergang der Swissair 2001 bedeutete für den Freiburger auch das berufliche Grounding in der Schweiz: Schorderet wanderte aus und machte im Nahen Osten Karriere. Er wurde Finanzchef und später Konzernchef des saudi-arabischen Nahrungsmittelgiganten Almarai.

Nun gibt Schorderet die Leitung des Grosskonzerns auf: Der Manager tritt in der ersten Hälfte des Jahres zurück. Zuvor wird er am Sitz in Riad noch seinen Nachfolger einarbeiten: Neuer CEO wird der Österreicher Alois Hofbauer. Mit der Milchwirtschaft kennt sich Hofbauer bereits bestens aus – er war zuletzt Chef von Nestlé für Malaysia, Singapur und Brunei. Über Schorderets Pläne ist nichts bekannt. Der Freiburger, Jahrgang 1953, hat aber bereits das Pensionsalter erreicht.

Schorderet kauft mit Almarai Land in Kalifornien

Mit Almarai leitete Schorderet einen Konzern mit umgerechnet 3,6 Milliarden Franken Umsatz und 42'000 Mitarbeitern. Mitten in der saudischen Wüste stellt Almarai mit 180'000 Kühen Milch, Joghurts und andere Milchprodukte her – wegen der Aussentemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius leben die Tiere in gekühlten Ställen.

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Unter Schorderets Leitung hat sich der Konzern aber auch fruchtbareres Weideland gesichert: Almarai kaufte Hunderte Hektaren in Kalifornien und Argentinien. «Wir möchten dort hochqualitatives Heu anfplanzen und in Saudi-Arabien importieren», erzählt er 2016 der «Schweiz am Sonntag».

 50°C - The stables are connected to outdoor areas - Everything on the farm is controlled by machines and runs automatically in Saudi Arabia in June, 2002.  (Photo by Yves GELLIE/Gamma-Rapho via Getty Images)

Milchfarm von Almarai-Konkurrent Danone in Saudi-Arabien: Die Kühe trinken bis zu 150 Liter Wasser pro Tag.

Quelle: 2011 Gamma-Rapho

In dem Interview äussert sich der Freiburger auch zufrieden über den Neustart seiner beruflichen Laufbahn am Golf: «Ich habe mich hier gut anpassen könnnen. Klar, die Umgebung und die Kultur sind anders. Aber das Business funktioniert gleich.» In der Schweiz waren ihm 2001 die Türen versperrt. «Zu jener Zeit hatte ich den Swissair-Stempel auf der Stirn. Es war nicht einfach, eine neue Karriere zu starten. Deshalb war ich offen für Angebote. Eine Headhunter-Firma fragte mich dann, wie wäre es mit Saudi-Arabien? Ich sagte, wieso nicht.»


 
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