Der von den G7-Finanzministern angestossene Verhaltenskodex für Banker könnte nach Darstellung des deutschen Bundesbank-Vorstandsmitglieds Andreas Dombret auf weitere Finanzmarkt-Akteure ausgeweitet werden. Eine derartige Regelung, die jüngst im Kreise der sieben führenden Industrieländer (G7) erstmals diskutiert worden sei, könnte «in Zukunft auch auf Vermögensverwalter und Hedgefondsmanager angewandt» werden, schrieb Dombret in einem Namensbeitrag im «Handelsblatt» am Mittwoch.

Der Kodex sollte an der Person des Bankers ansetzen und seine individuelle Verantwortung in den Mittelpunkt stellen, erläuterte er. Dabei bleibe aber weiterhin auch die jeweilige Bank gefordert.«Warum also die Vergütung nicht zusätzlich an gutes Verhalten knüpfen», schlug Dombret vor, um einem Verhaltenskodex mehr Gewicht zu geben.

Kein nationaler Flickenteppich

Auch über Regelungen für Rückforderungen von Zahlungen müsse diskutiert werden. «Insbesondere sollte über den Zeitraum gesprochen werden, innerhalb dessen Banken Bonuszahlungen von ihren Mitarbeitern zurückfordern können», schrieb Dombret. Letztlich entwickelt werden müsste ein Verhaltenskodex gemeinsam von der Finanzbranche und den Banken-Aufsehern – und zwar auf internationaler Ebene und verbunden mit einem Kontrollmechanismen. Ein Flickenteppich nationaler Vorschriften wäre der falsche Weg, warnte Dombret.

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Die G7-Finanzministern hatten bei ihrem Treffen Ende Mai in Dresden das Thema Verhaltenskodex für Banken erörtert. Hintergrund sind eine Serie von Skandalen in der Branche, wie die Manipulationen des Libor-Referenzzinses, Betrugsfälle im Devisengeschäft und Verstösse gegen Geldwäschegesetze.

(reuters/ise/ama)