1. Home
  2. Xing-Studie: Frauen fürchten Automatisierung mehr als Männer

Studie
Frauen fürchten Konkurrenz durch Roboter stärker als Männer

Young woman using computer in office

Die Angst um den Job ist bei Frauen stärker ausgeprägt, zeigt eine Studie.

Quelle: (c) Richard Drury

Frauen befürchten häufiger Jobverluste durch Automatisierung als Männer. Dabei sind langfristig eher Arbeitsplätze von Männern bedroht.

Von Stefan Mair
am 01.10.2018

Jede zweite berufstätige Frau rechnet damit, dass Digitalisierung und Automatisierung über die kommenden fünf bis zehn Jahre unter dem Strich Stellen zerstören werden. An einen positiven Effekt glauben nur 14 Prozent. Weit weniger pessimistisch sind die Männer: 38 Prozent rechnen mit einem Stellenverlust aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung, wogegen fast ein Viertel (23 Prozent) glaubt, dass dadurch zusätzliche Stellen entstehen werden. Die Studie wurde vom Karrierenetzwerk Xing in Auftrag gegeben.

Anzeige

Noch deutlicher sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wenn es um die persönliche Jobsituation geht. Bei den Männern rechnen 28 Prozent damit, dass sich die Veränderungen in der Arbeitswelt in den nächsten Jahren positiv auf die eigene Arbeitssituation auswirken. Nur 23 Prozent rechnen mit negativen Auswirkungen. Gerade umgekehrt sind die Erwartungen bei den Frauen: Nur 17 Prozent von ihnen rechnen mit  einer positiven Veränderung. 29 Prozent der weiblichen Berufstätigen befürchten hingegen negative Konsequenzen für die eigene Arbeitssituation.

WEF-Studie gibt den Frauen recht
Eine Begründung für die deutlich pessimistischere Grundhaltung der Frauen liefert die Studie nicht. In diesem Zusammenhang ist aber ein Report des World Economic Forum interessant, der Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Dieser besagt, dass Frauen viel wahrscheinlicher Jobs im Zuge der Automatisierung verlieren werden als Männer. Rund 57 Prozent der 1,4 Millionen Jobs, die bis 2026 verloren gehen, seien Frauenjobs, so die Studie. Dieser Verlust werde die geschlechtsspezifischen Ungleichgewichte in manchen Bereichen, wie der Tech-Branche noch verstärken.

Das Beratungsunternehmen PwC beschrieb in einem Report ein weiteres Szenario: Frauen würden von den ersten Wellen der Automatisierung und Digitalisierung tendenziell stärker betroffen. In den später folgenden Entwicklungen, bei denen die Technik zunehmend völlig autonom funktioniert und arbeitet, etwa bei fahrerlosen Transportsystemen, würden hingegen wieder die Männer mehr Jobs verlieren.

Auch KMU-Angestellte ängstlich

Deutliche Unterschiede bei den Zukunftsaussichten gibt es auch zwischen Klein- und Grossbetrieben, so die Xing-Studie: Die Hälfte der Arbeitnehmenden in kleinen Unternehmen befürchtet insgesamt einen Wegfall von Stellen aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung. Zuversichtlicher sind Berufstätige in Grossbetrieben  mit mehr als 10'000 Mitarbeitern: Hier sind es lediglich 37 Prozent, die mit einer negativen Bilanz rechnen.