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Digitalisierung
In fünf Schritten zum digitalen Vorreiter

Digital Leader Erik Qualman.   Markus Senn, Passion for Pictures / Digital Economic Forum

Arbeitswelt 4.0: Die Digitalisierung erfasst die Unternehmen wie im Sturm. Ein Experte erklärt, wie man in diesem Umfeld einen klaren Kopf bewahrt und zu einem «Digital Leader» wird.

Von Caroline Freigang
am 27.04.2016

«Die Digitalisierung verändert unser Leben und unser Business schneller als wir es uns jemals hätten vorstellen können», sagte Sunrise-CEO Libor Voncina am Digital Economic Forum in Zürich. «Die Privatsphäre ist tot», fügt Digital Leader Erik Qualman* hinzu. In Zeiten von Online-Ratings, Twitter und Youtube hinterlasse jede Person und jedes Unternehmen einen digitalen Abdruck.

Dieser setze sich daraus zusammen, was eine Firma im Netz hochlädt (dem digitalen Fussabdruck) und dem, was andere über das Unternehmen posten (dem digitalen Schatten). Um diesen digitalen Abdruck erfolgreich zu beeinflussen und ein Digital Leader zu werden, hat Qualman ein Rezept. Seiner Meinung nach pflegt jeder Digital Leader fünf Gewohnheiten:

1. Simple: Multitasking macht uns weniger effizient, sagt Qualman, der sich selbst als «Ex-Multitasker» bezeichnet. Studien hätten aber gezeigt, dass Multitasking eine ähnliche Wirkung habe, wie wenn wir eine Nacht nicht geschlafen haben oder auf einen Schlag 15 IQ-Punkte verloren hätten. Er rät: Einfachheit gewinnt. Für Unternehmer hiesse das, sich aufs Wesentliche zu beschränken und sich zu überlegen: Was ist es, was ich wirklich kann und was ich verkaufe?

2. True: Authentizität gewinnt. Überlegen Sie: Welche Botschaft soll auftauchen, wenn jemand meinen Namen, den meiner Firma und meines Produktes googelt. Welcher Satz oder welches Wort soll das sein? Diese Botschaft ist es, die im Netz bleibt – für Tage, Wochen, Jahre. Qualman rät, den eigenen digitalen Schatten selbst zu beeinflussen und nicht jemandem anders zu überlassen.

3. Act: Um etwas zu erreichen, müsse man auch tatsächlich damit anfangen. Qualman warnt jedoch davor, wild auf allen Kanälen drauflos zu tweeten und auf allen Kanälen zu senden. Der tatsächliche Output davon sei oft bescheiden. Sein Tipp: Man sollte sich jeden Morgen hinsetzen und die zwei wichtigsten Punkte aufschreiben, die wichtig sind, um etwas zu erreichen. Digitale Leader können seiner Meinung nach das Wesentliche vom Dringenden unterscheiden.

4. Map: Digitale Leader haben einen Plan, aber sind flexibel in der Umsetzung, sagt Qualman. Viele Unternehmen verschränkten laut Qualman die Arme und sagten «Digitalisierung - das ist etwas für die Nikes oder Apples da draussen, nicht für uns». Das sei falsch: Wenn sich Unternehmen nach einer Resonanz in der digitalen Welt umschauten, könnte jedes von ihnen Anknüpfungspunkte zu Kunden, zu Produkten sehen. Dabei sei es wichtig, Rückschläge einstecken zu können. Qualman: «Wenn Sie keine Rückschläge erleben, sind Sie kein Pionier!»

5. People: Sich mit den richtigen Menschen zu umgeben ist essentiell – online und offline. Qualman empfiehlt, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen, sie ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken. «Der beste Weg, um Follower und Fans zu sammeln, ist sich für sie zu interessieren, anstatt zu versuchen, das Unternehmen oder Produkt für sie interessant zu machen», so Qualman.  

Weitere Tipps vom Digital Leader Eric Qualman, wie Unternehmen ihren digitalen Auftritt optimieren können, sehen Sie im Video.

 

*Mit seinem Buch «Socialnomics – wie Social Media die Wirtschaft und Gesellschaft verändern» stand Erik Qualman auf den Bestsellerlisten von Amazon in den USA, Kanada, Deutschland und einer Reihe weiterer Länder. Dank seinem Buch «Digital Leader» wurde er nach Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling zum «Zweitbeliebtesten Autor der Welt» gewählt. Die von ihm produzierten Videos sind weltweit bekannt und gehören in sozialen Medien zu den am häufigsten angeklickten Beiträgen. Qualman war lange Marketingleiter bei Travelzoo und sitzt heute in Verwaltungsräten verschiedener Unternehmen. 

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