Apple hats vorgemacht. Und man muss neidlos anerkennen: Die Touch-Funktionen des iPhones allgemein und insbesondere des Internet-Browsers sind absolute Spitze. Nun sind Touchscreens, die Gesten auf dem Bildschirm erkennen, auch für die anderen Hersteller ein Must. So hat HTC inzwischen mit dem Touch Cruise das erste Smartphone mit GPS lanciert.

Tatsächlich hat es etwas Bestechendes, auf kleinen PDA-Displays herumzuzoomen, das Bild mit einem legeren Fingerschubs zu scrollen, Soft-Tasten zu haben, die sich in der Grösse anpassen, und nach Herzenslaune die Ansicht zu drehen und zu wenden. Und nur allzu gut ist noch in Erinnerung, wie die Nutzenden herkömmlicher PDAs und Smartphones beim Surfen durch die Umständlichkeit fast zum Wahnsinn getrieben wurden. Nichtsdestotrotz: Es gibt sie immer noch – die Momente, in denen andere Werte zählen als sanfte Streicheleinheiten mit den Fingern. Und deshalb braucht es auch etwa das Nokia N95 8GB oder das HTC TyTN II.

Ziegelsteine und Ultradünne

Das Nokia N95 für 990 Fr. bietet die volle Ladung Handy-Features, ist ein akzeptables PDA und lässt sich schnell und leicht mit dem Computer synchronisieren. Es verfügt über einen GPS-Empfänger und ist HSDPA-fähig. Kommen hinzu ein 8 GB grosser Speicher und eine 5-Megapixel-Kamera mit eingebautem Blitz. Diese ist das eigentliche Highlight des Geräts. Die Kamera ist schnell, kann Bild- serien schiessen, verfügt über Szenenmodi, Weissabgleichprofile etc. Rudimentäre Bildbearbeitungen sind auf dem Handy selbst möglich.

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Allerdings gibts auch Nachteile. Dass das Gerät nicht auf Windows Mobile läuft (das Betriebssystem ist Symbian OS 9.2), ist ein Wermutstropfen. Und dann hat das Nokia N95 nur eine Handy-Tastatur. Das 2,8-Zoll-Display unterstützt dabei keine Touch-Funktionen. Insbesondere die GPS-Routeneingabe wird dadurch für SMS-Ungeübte sehr umständlich.

Der HTC TyTN II (950 Fr.) hat diese Probleme nicht. Das PDA-Phone verfügt über einen Touch-screen und eine vollständige Tastatur. Es läuft auf Windows Mobile 6. Und zur GPS-Navigation gibts das bewährte und leicht zu bedienende Tomtom. Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich ein Anschluss für eine externe GPS-Antenne. Dass TyTN II Pushmail unterstützt, sämtliche PIM-Features bietet und die mobilen Office-Programme Word, Excel, Powerpoint und Acrobat Reader ebenfalls auf dem Gerät sind, versteht sich von selbst. Und auch an die Ergonomie hat HTC gedacht: Zur besseren Ansicht kann das Display beim Arbeiten wie ein Labtop aufgerichtet werden.

Allerdings – man muss es leider sagen –, dem Preis immenser Funktionalität fiel das Design etwas zum Opfer. Das HTC TyTN II ist ein klobiger Ziegel, der es in dieser Hinsicht nie und nimmer mit dem iPhone wird aufnehmen können. Nichtsdestotrotz: Bezüglich Funktionalität auf kleinstem Raum gibt es für das unprätentiöse Gerät derzeit keinen Ersatz.

Wer aber Design will, kann sich auf das demnächst kommende ultradünne Sony Ericsson W890i freuen. Schmuckstücke sind daneben die Nokia 8880 arte aus edelsten Materialien oder das Samsung Giorgio Armani.