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Kupferpfusch
Glencore besetzt VR von Tochterfirma neu

Glencore-Katanga-Bergbau
 Quelle: Getty Images / Elne Burgers

Bei einer Bergbautochter des Zuger Rohstoffgiganten Glencore ist es zu schweren Unregelmässigkeiten gekommen. Der Mutterkonzern reagiert mit einer verschärften Kontrolle.

Veröffentlicht am 20.11.2017

Der Rohstoffkonzern Glencore wechselt in seiner Bergbaufirma Katanga drei Verwaltungsräte aus. Die Umgestaltung ist eine Folge einer internen Untersuchung, die Unregelmässigkeiten in der Buchhaltung ergeben haben. So hat die im Juli gestartete Untersuchung ergeben, dass die Tochterfirma von Glencore im Geschäftsjahr 2014 falsche Angaben zur Kupferproduktion und zu den Kupferbeständen gemacht hat, wie Katanga Mining Limited am Montag mitteilte.

Es kam insbesondere zu einer falschen Verbuchung einer Wertminderung von 55,7 Millionen Dollar. Die Untersuchung ergab zudem, dass Glencore einzelnen Katanga-Managern zusätzliche Boni ausbezahlt hatte, die im Geschäftsbericht nicht aufgeführt wurden. Katanga hat auf Grund des Berichts einerseits die Geschäftszahlen für das laufenden Jahr angepasst.

Glencore-CFO als Wachhund

Andererseits kommt es zu einer Umgestaltung des Verwaltungsrates. So seien drei neue Verwaltungsräte ernannt worden, teilte Glencore am Montag mit. Neu nimmt auch Glencore-Finanzchef Steven Kalmin Einsitz in das Aufsichtsgremium der Tochtergesellschaft.

Gemäss Auskunft von Glencore Sprecher Charles Watenphul steht die Untersuchung in keinem Zusammenhang mit den so genannten Paradise Papers. Verschiedene Medien haben aufgrund von Daten einer Anwaltskanzlei den Rohstoffkonzern in Zusammenhang mit einem möglichen Korruptionsfall gebracht. So soll Katanga im Kongo Minenlizenzen über einen der Korruption verdächtigten Mittler zum Schleuderpreis erworben haben. Glencore wies die Vorwürfe zurück, bestätigte jedoch den unüblich tiefen Preis für eine erworbene Schürflizenz im Kongo.

Hauptsitz in Kanada

Weiterhin im Gang sind Untersuchungen der Ontaris Securities Commission (OSC). Die kanadische Aufsichtsbehörde prüft ihrerseits die Buchhaltung und das Risikomanagement der kongolesischen Bergbaufirma, die ihren Hauptsitz in Kanada hat.

Bei der Untersuchung des Risikomanagements geht es vor allem darum, ob Katangas Offenlegungen den Anforderungen der internationalen Bestechungs-, Regierungszahlungs- und Antikorruptions-Gesetzgebung entsprechen.

(sda/ise)

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