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Goldener Handschlag für Ex-Barclays-Boss

Kein Bonus, aber Millionen-Überweisung für den Ex-Barclays-Chef Bob Diamond. (Bild: Keystone)

Er ist im Skandal um manipulierte Zinssätze zurückgetreten - jetzt erhält Ex-Barclays-CEO Bob Diamond 2 Millionen Pfund als Abfindung.

Veröffentlicht am 10.07.2012

Der wegen des Skandals um Zinsmanipulation zurückgetretene Barclays-Chef Bob Diamond wird auf Bonuszahlungen von bis zu 20 Millionen Pfund (30,2 Millionen Franken) verzichten. Diamond bekomme in diesem Jahr zwölf Monatsgehälter, Pensionszahlungen sowie andere Zusatzleistungen, teilte Barclays mit.

Eine konkrete Summe nannte die Bank zwar nicht. Doch der scheidende Barclays-Chairman Marcus Agius sagte bei einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss in London: «Der maximale Betrag wäre 20 Millionen Pfund gewesen.»

Der Sender Sky News berichtete zudem, Diamond erhalte eine Abfindung von 2 Millionen Pfund. Der Spitzenbanker hatte zum Zeitpunkt seines Rücktritts Anspruch auf ein Jahresgehalt von 1,4 Millionen Pfund. Im vergangenen Jahr strich er inklusive eingelöster Aktienpakete 17 Millionen Pfund ein.

Gesamte Führungsspitze gestürzt

Der britische Premierminister David Cameron begrüsste Barclays Entscheidung, Diamond den Bonus zu streichen. Es zeige, dass das Management die Bedenken der Öffentlichkeit angesichts der schweren Vorwürfe verstanden habe. Zugleich forderte der Regierungschef einen grundlegenden Wandel in der Bankenkultur.

In dem Skandal wird einer Reihe von Banken vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Libor-Zinssatz mit falschen Angaben manipuliert zu haben. Der Libor wird einmal täglich in London ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld untereinander leihen. Er basiert auf individuellen Angaben der Grossbanken und dient als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen Dollar.

Über den Libor-Skandal war die gesamte Führungsspitze der britischen Bank Barclays gestürzt, zuletzt trat Vorstandschef Diamond am 3. Juli zurück. Die Investmentbank muss eine halbe Milliarde Dollar für die Verfehlungen zahlen.

(vst/tno/sda)

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