«Wir sind leider Opfer eines Betrugsfalles, den wir am Mittwoch entdeckt haben. Das kann passieren, sollte aber nicht» - mit diesen Worten hat sich UBS-CEO Oswald Grübel in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens zum Milliarden-Zocker-Verlust der Grossbank geäussert.

Weltweit arbeiteten 65'000 Leute bei der UBS. «Solange wir Menschen beschäftigt haben, können wir nicht für jede Person die Hand ins Feuer legen, dass so etwas nicht mehr passiert», sagte der Konzernchef.

Doch wie steht es um die Frage von Schuld und Konsequenzen? In einem Gespräch mit der Zeitung «Der Sonntag» hatte Grübel Rücktrittsforderungen, wie sie etwa von SP-Politikern kommen, zurückgewiesen: «Das ist rein politisch», sagte der CEO. «Ich denke nicht über einen Rücktritt nach.» Diese Frage sei «Sache des Verwaltungsrats».

Und der will laut der «NZZ am Sonntag» an Grübel festhalten. Der CEO geniesse weiterhin die Unterstützung wichtiger Grossaktionäre wie des Staatsfonds von Singapur, schrieb die Zeitung unter Berufung auf ein Verwaltungsratsmitglied. Eine Alternative zu Grübel sei nicht in Sicht.

Grübel will die Konsequenzen tragen

Trotzdem stritt Grübel am Sonntagabend in der «Tagesschau» einen möglichen Rücktritt nicht mehr klar ab. Die Verantwortung trage der CEO – vor allem, wenn es sich um solche Grössenordnungen handle, sagte Grübel. «Dann bleibt nichts anderes übrig als ich.»

Er übernehme die Verantwortung insofern, dass er die Konsequenzen daraus tragen müsse, so der UBS-Chef. Welche dies konkret seien, konnte er aber nicht präzisieren. «Wir werden sie bekannt geben, sobald wir sie umgesetzt haben». Ob er zurücktrete, wollte Grübel nicht sagen. «Über meine Zukunft entscheide nicht ich alleine.»

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Am Sonntagnachmittag hatte die UBS nach langem Schweigen weitere Details zum Zocker-Verlust in ihrer Investmentbank bekanntgegeben. Der durch unbewilligte Handelsgeschäfte eines Händlers in London entstandene Schaden beläuft sich demnach auf 2,3 Milliarden US-Dollar und liegt damit über den bislang genannten 2 Milliarden.

(tno/kgh)