Der ehemalige CEO der UBS spricht in in der Zeitung «Der Sonntag» Klartext zum Grossabbau bei seiner ehemaligen Bank.

Die «Zeichen stehen nicht schlecht», dass auch weitere Banken zu solch drastischen Mitteln greifen müssen. «Die Medien bejubeln es, die Finanzministerin begrüsst es, die Aktien steigen überdurchschnittlich und die Schadenfreude feiert Hochkonjunktur.»

Grübel: «Endlich werden die so verhassten Investmentbanker zur Ader gelassen.» Die Sache habe Anfang 2010 begonnen, als die Basel-3-Kapitalregeln bekannt wurden und die «Too big to fail»-Gesetzgebung Form annahm.

«Sagte man damals, dies werde mit einem grossen Personalabbau verbunden sein, wurde man von den vereinten Medien als Erpresser beschimpft», schreibt Grübel. «Nun ist das Ziel erreicht, was sind die Auswirkungen? Die Grossbankenerträge werden in Zukunft weniger volatil und kleiner sein, ihre Bilanzen werden schrumpfen, ihr Kapital wird in Relation zur Bilanz steigen und wir werden das wohlige Gefühl von Sicherheit geniessen.»

Die Regulatoren würden diese Strategie begrüssen und wieder «beruhigt schlafen» können. Die andere Seite ist, der «brain drain» aus den Kernkompetenzen der Grossbanken wird sich beschleunigen.

Das sei nicht ungefährlich für die Schweiz:«Die Auswirkungen werden wir in der nächsten Krise im Schweizer Markt spüren.» «Der Aderlass war eine beliebte Therapie im Mittelalter, die sich allerdings als bestenfalls nutzlos, doch meistens als tödlich erwies.»

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(rcv)