Die Branchenorganisation Handel Schweiz empfiehlt den Schweizer Unternehmen, ihre Internetportale und Produkte durch Mehrsprachigkeit auf die Weltmärkte auszurichten. Verwendet werden soll neben Englisch möglichst auch Chinesisch, Spanisch, Portugiesisch und Russisch.

Handel-Schweiz-Direktor Kaspar Engeli fordert die Schweizer Unternehmen auf, den Blick verstärkt auf Kunden in anderen Ländern zu richten. Wer online nicht in den Landessprachen der grössten Absatzmärkte der Welt auftrete, werde die dortigen Kunden nie erreichen. Allein den Vertriebskanal Ebay nutzten 20'000 Unternehmen aus der ganzen Welt und diese stünden im direkten Wettbewerb mit Schweizer Anbietern, sagte Engeli am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich.

Smartphones treiben den Wandel

Auch innerhalb der Schweiz sieht Handel Schweiz grosse Chancen durch Digitalisierung, nicht zuletzt dank der grossen Smartphone-Dichte. Die Anwendungen via Smartphones könnten rasch Schule machen, denn seit einem Jahr gebe es bereits mehr Zugriffe mit mobilen Geräten aufs Internet als mit Desktop-Computern.

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Als Beispiel einer innovativen Anwendung neuer Technologien wurde das Projekt WiedikonValley präsentiert. Dabei werden Passanten sowie Tram- und Autofahrern Informationen geliefert zu einem Geschäft, in dessen Radius sie sich bewegen. Dem E-Business der Schweiz weiter Schubkraft verleihen soll auch ein neues Zahlungsverfahren per Handy für Tankstellen.

Mit USA über Freihandelsabkommen verhandeln

Die wirtschaftliche Entwicklung der Schweiz sei mehrfach durch die Bilateralen Verträge mit der EU beflügelt worden, ein Liebäugeln mit dem Verzicht auf die Verträge sei verantwortungslos, sagte Engeli weiter. Der Anteil des Aussenhandels mit der EU sei in den letzten 12 Jahren von 67 auf 54 Prozent zurückgegangen. Treiber für den Aussenhandel mit dem Rest der Welt seien eindeutig die vielen Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und anderen Ländern gewesen.

Wieder aufnehmen soll die Schweiz nach Ansicht von Handel Schweiz die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit den USA. Bei den grossen Freihandelsabkommen der USA mit der EU und den Pazifikstaaten habe die Schweiz nämlich das Nachsehen. Für die Schweizer Wirtschaft steht laut Engeli «einiges auf dem Spiel».

(sda/ise)