Hildebrand beschrieb zunächst – analog zum Bericht der Revisionsgesellschaft PwC – nochmals die einzelnen Transaktionen und berief sich dabei auf das Reglement der Schweizerischen Nationalbank (SNB), das er dabei in keiner Weise verletzt habe.
 
Dennoch räumte er ein, dass er seine Handlungen rückblickend bedauere und sie mit dem heutigen Wissen nicht mehr vornehmen würde. Hildebrand blieb aber die entscheidende Erklärung schuldig, warum er damals die heiklen Transaktionen nicht rückgängig gemacht habe.  
 
Ganz generell bewies Hildebrand nicht die Einsicht, dass er als Notenbank-Präsident grundsätzlich keinerlei Devisentransaktionen tätigen sollte, weil das ganz einfach nicht geht in seiner Position. Ebenso hätte das auch seiner Ehefrau klar sein sollen, die – wie Hildebrand immerhin betonte – Ökonomin ist und am Finanzmarktgeschehen sehr interessiert sei.
 
So besehen erwiesen sich Hildebrands Ausführungen über seine einzelnen Transaktionen als leere Worthülsen, weil er offensichtlich nicht das Sensorium besessen hat, sich in seinen privaten Finanzangelegenheit einer grundsätzlichen, und wenn man so will auch moralischen Zurückhaltung zu unterziehen.
 
Hildebrand reiht sich damit in eine Gruppe von Persönlichkeiten ein wie Bruno Zuppiger oder Christian Wulff, die im Glauben verhaftet sind, dass manche Handlungen als Lappalien abgebucht werden können, obschon der Zeitgeist heute ganz einfach ein anderer ist.
 
So hinterliess Hildebrands Auftritt am Ende ein schales Gefühl. Problematisch war auch, dass er in der abschliessenden Fragerunde das Wort gewissen - vermutlich kritischen - Journalisten nicht erteilte, und die Medienkonferenz dann auch relativ abrupt beendete.

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