Am Donnerstag will er reden: Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand wird sich äussern zum Vorwurf, er habe sich durch den Kauf und Verkauf von US-Dollar rund um den Euro-Kurs-Untergrenzen-Entscheid der SNB bereichert. Um ihn zu verteidigen hat die SNB schon heute zwei Dokumente veröffentlicht: das interne Reglement des Direktoriums sowie den Prüfbericht von Pricewaterhouse Coopers (PwC) zur Sache, erstellt im Auftrag des Bankrates.

Unter die Lupe genommen hat die Revisionsgesellschaft drei Transaktionsposten. Bei Nummer eins und drei kommt PwC zu dem Schluss: «Es liegen keine Hinweise auf einen Missbrauch von privilegierten Informationen vor», da die Positionen passiv gehalten worden sein. Ausserdem stünden sie im Zusammenhang mit dem «Kauf und Verkauf von Liegenschaften und entsprechenden Geldflüssen».

Laut Reglement dürfen Direktoriumsmitglieder Devisen für «private Reisen wie auch für den persönlichen Erwerb von Nichtfinanzvermögen» kaufen oder verkaufen. Darunter fallen auch Hildebrands Immobiliengeschäfte: Er verkaufte ein Haus in Gstaad und kaufte eine Wohnung im Bündnerland – Nichtfinanzvermögen.

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Doch hier taucht das erste von drei Fragezeichen auf: Warum braucht es Dollar, um Immobilen in der Schweiz zu kaufen und verkaufen?

«Weltwoche» contra SNB

Anders beim mittleren Posten: «Die Transaktionen unter No. 2 wurden direkt durch die Ehefrau veranlasst», schreibt PwC. Davon habe Philipp Hildebrand laut den vorliegenden Unterlagen erst einen Tag später Kenntnis erhalten. Erst danach habe der SNB-Chef veranlasst, dass Devisengeschäfte künftig nur noch über ihn persönlich laufen.

Hier kommt Fragezeichen Nummer zwei ins Spiel: Wer hat recht? Denn die «Weltwoche» berichtet, dass Philipp Hildebrand die Aufträge zum Kauf und Verkauf von Devisen persönlich erteilt habe. Dabei bezieht sich das Magazin auch auf eine Transaktion vom 15. August – und die fällt unter die von PwC genannte Position zwei.

Behält die Weltwoche Recht, dürfte Hildebrand in Erklärungsnot geraten.

«Als heikel einzustufen»

Der Transaktionsposten Nummer zwei lässt auch noch das dritte Fragezeichen auftauchen. «Unter dem Aspekt, dass diese Transaktion zwei Tage vor einer wichtigen Ankündigung der SNB durchgeführt wurde, ist dies als heikel einzustufen», schreibt PwC.

Jedoch habe Hildebrand den Leiter Recht und Dienst informiert und damit Transparenz hergestellt. «Deshalb ist auch bei dieser Transaktion kein Missbrauch von privilegierten Informationen anzunehmen.» Fragezeichen Nummer drei ist also eines der Logik: Wenn Hildebrand sich einen persönlichen Vorteil verschafft hat, warum ist das ok, sobald er es offenlegt?

Mit diesen drei Fragezeichen im Gepäck wird Philipp Hildebrand am Donnerstag vor die Presse treten. Und hoffentlich ohne sie wieder gehen.

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