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Orakel
Internetpionier Ma warnt vor «Dekaden des Schmerzes»

Jack Ma: Gehört zur Finanzelite Chinas. Keystone

Der chinesische Bill Gates sieht die Welt im Umbruch. Die Welt müsse sich auf soziale Unruhen gefasst machen, warnt der Selfmade-Milliardär und Alibaba-Chef Jack Ma.

Veröffentlicht am 24.04.2017

Mit seiner Internetplattform Alibaba machte Jack Ma ein gigantisches Vermögen: Mittlerweile ist der Unternehmer über 28 Milliarden Dollar schwer und gilt als einer der absoluten Superstars der Digitalbranche. Im Gegensatz zum chinesischen Durchstarter fühlen sich Millionen von Menschen vom rasanten technologischen Wandel inzwischen jedoch abgehängt. Offenbar zu Recht, wie Ma findet. Er ist überzeugt, dass sich die Gesellschaften wegen des Durchbruchs des Internets auf harte Jahrzehnte einstellen müssen.

Auf einer Konferenz in Zhengzhou lieferte der Unternehmer nun einen Einblick in seine Gedankenwelt und einen Ausblick auf die Arbeitswelt der Zukunft – und wurde dabei ungewöhnlich deutlich. «In den nächsten 30 Jahren wird die Welt viel mehr Schmerzen als Glück sehen», sagte der Milliardär auf der Konferenz gemäss Nachrichtenagentur Bloomberg und sprach von grossen Veränderungen in der Jobwelt, ausgelöst durch das Internet. «Soziale Konflikte werden in den nächsten drei Dekaden einen Einfluss auf alle möglichen Industrien und den Lauf des Lebens haben.»

«Viel mehr Schmerzen als Glück»

Normalerweise mimt Internetpionier Ma bei öffentlichen Auftritten eher den launigen Entertainer. So etwa am Weltwirtschaftsforum in Davos in diesem Jahr, als er für mehrere Lacher sorgte. Umso beeindruckender ist nun sein pessimistischer Auftritt. 

Dabei zog Ma eine Parallele zu seinen früheren Prognosen: So habe er früh davor gewarnt, dass der Online-Handel eine Gefahr für traditionelle Verkäufer darstellen würde. Doch nur wenige hätten auf ihn gehört. Nun warne er vor dem Einfluss neuer Technologien «Vor 15 Jahren hielt ich Reden und warnte 200 oder 300 Mal, dass das Internet einen Einfluss auf alle Industrien haben werde, aber die Menschen hörten nicht auf mich, weil ich ein Niemand war.»

Ma stellt sich gegen traditionelle Banken

Mas Rede kommt zu einer Zeit, in der Alibaba, Chinas grösster E-Commerce-Betreiber, Milliarden in den Umbau des eigenen Geschäfts steckt. Alibaba strebt in das lukrative Cloud-Business und will auch im Kreditgeschäft Fuss fassen und etablierte Banken in ihrem Kerngeschäft angreifen: Die Kreditvergabe dürfe kein Bankenmonopol sein, sondern müsse für weitere Mitglieder der Gesellschaft offen sein, sagte der 52-Jährige.

(ise/moh/chb)

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