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Intersport-Chef Franz Julen nimmt den Hut

Franz Julen: Der Intersport-Chef tritt auf Ende 2016 zurück. Keystone

Seit 15 Jahren ist Franz Julen an der Spitze der Berner Sportladenkette Intersport. In einem Jahr ist aber Schluss. Der Walliser will sich künftig auf Verwaltungsratsmandate beschränken.

Veröffentlicht am 10.11.2015

Die weltgrösste Sporthandelskette mit Sitz in Bern wechselt die Führung aus: Intersport-Chef Franz Julen wird per Ende 2016 den Hut nehmen. Die Suche für einen Nachfolger sei eingeleitet, heisst es in der Medienmitteilung.

Der Walliser Julen begann seine Intersport-Karriere 1998 als Chief Operating Officer, seit 15 Jahren führt er den Konzern als CEO. Als Julen auf dem Chefsessel Platz nahm, erzielte die Sport-Gruppe einen Umsatz von fünf Milliarden Euro. Ende 2014 erwirtschaftete der Konzern mehr als das Doppelte. 2015 soll erstmals die 11-Milliarden-Euro-Grenze geknackt werden, wie Julen im August der «Handelszeitung» verriet – das ist Rekord.

Zukunft im Verwaltungsrat

«Der Leistungsausweis und die Persönlichkeit von Franz Julen sprechen für sich», sagt Verwaltungsratspräsident Jussi Mikkola über den scheidenden Chef. Die positive Entwicklung der Gruppe sei sehr eng mit der Person und den «Leadership-Qualitäten» von Franz Julen verbunden. Er habe es geschafft, aus einem Einkaufsverband eine weltweit führende Kette zu machen. «Deshalb bedauern wir seinen Abgang, aber respektieren ihn.»

Julen selbst sagt, er sei überzeugt, dass der Zeitpunkt sowohl für ihn als auch für die Firma richtig sei. «Ich spüre, dass der Augenblick gekommen ist um loszulassen und den Weg frei zu machen», wird der Chef im Communiqué zitiert. In Zukunft werde er nicht mehr operativ tätig sein, sondern Verwaltungsratsmandate ausserhalb der Intersport-Gruppe wahrnehmen.

Stationäre Grossmacht

Intersport hat 5400 Läden in 44 Ländern. Hinzu kommen 428 Läden in 23 Ländern der 2013 übernommenen Freizeitsport-Schuhkette The Athlete's Foot, bei welcher der Umsatz in den ersten sechs Monaten 10 Prozent über Vorjahr liegt.

Dieses Netz an Verkaufsstellen hat das Berner Unternehmen für die globalen Sportartikelhersteller wie Nike oder Adidas zu einem unverzichtbaren Partner gemacht – zum Beispiel für einen globalen Rollout von neuen Fussballschuhen. Bald geht es in Algerien, Indonesien und auf den Philippinen los. Auch in China will Julen weiter expandieren. Aktuell ist Intersport in dem Riesenmarkt mit nur 13 Läden präsent.

(ise/ama)

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