Der französische Medienkonzern Vivendi ist bei Telecom Italia endlich am Ziel: Mit dem Rücktritt des bisherigen Konzernchefs Flavio Cattaneo kann das Unternehmen beim italienischen Telefonriesen nun durchregieren. Den Weggang des von Paris als unbequem empfundenen Managers beschert dem 54-Jährigen eine der grössten Abschiedszahlungen in der italienischen Geschichte.

Nach nur 16 Monaten an der Spitze von Telecom Italia erhält Cattaneo 22,9 Millionen Euro aus seinem laufenden Vertrag inklusive einer Sonderprämie, wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte. Ausserdem bekommt er 2,1 Millionen Euro für den Verzicht auf den Wechsel zu einem Wettbewerber, wenn er Ende der Woche ausscheidet.

Goldene Fallschirme

Einer Aufstellung der italienischen Tageszeitung «Corriere della Sera» zufolge hat es in der Vergangenheit in Italien zwar schon grössere Zahlungen beim Abgang von Spitzenmanagern gegeben, allerdings nicht für solch einen kurzen Zeitraum. So bekam Ex-Fiat-Chef Cesare Romiti 1998 zwar 103,5 Millionen Euro, er leitete den Autobauer aber auch 24 Jahre. Alessandro Profumo bekam 2010 40,4 Millionen, nachdem er den Chefsessel der Bank Unicredit mehr als vier Jahre innehatte.

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Während der Verwaltungsrat von Telecom Italia die Vereinbarung abnickte, sahen die Wirtschaftsprüfer den Deal kritisch. Oberster Firmenaufseher ist seit Juni Vivendi-Chef Arnaud de Puyfontaine. Experten erwarten, dass nun Vivendi-Manager Amos Genish Nachfolger von Cattaneo wird.

(sda/ise/jfr)