1. Sie treten am Swiss Leadership Forum auf. Das Motto lautet «Sparen und Wachsen». Ein Widerspruch in sich, den Unternehmen unmöglich umsetzen können – oder die Kür für Chefs?
Sparen und Wachsen sind die Grundlagen eines Unternehmers. Sparen allein ist ein sogenannter Mindset des Unternehmers. Sparen und Wachsen ist eine Einstellung des Geistes des wahren Unternehmers. Diejenigen, die das nicht können und nicht verstehen, sind eben keine wahren Unternehmer, sondern im besten Fall kann man sie Manager nennen.

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2. Kann man unter der strategischen Prämisse «Sparen und Wachsen» eine Organisation und ihre Mitarbeiter in eine rosige Zukunft führen?
Auf jeden Fall – und es ist auch die Garantie einer rosigen Zukunft. Sparen und Wachsen ist eine permanente Denkensart, die jeder begreifen und verwirklichen muss.

3. In den letzten fünf Jahren jagt eine Krise die nächste ... Haben Sie Ihren Führungsstil den ungünstigen Umständen anpassen müssen?
Nein, mein Führungsstil war den Krisen immer besser angepasst als den leichten Perioden. Wie beim Velofahren gibt es manche, die besser in den Bergen sind. Und das ist irgendwie im Management mein Fall – leider nicht beim Velofahren ...

4. Wie bilden Sie sich weiter, um aktuellen Herausforderungen gewachsen zu sein?
Die beste und effizienteste Art der Weiterbildung ist das Zuhören – bei den Mitarbeitern, bei den Kunden und bei den Konkurrenten.

5. Es gibt Leader, die regelmässig betonen, dass man vor der Konkurrenz aufstehen und nach ihr ins Bett gehen muss, um erfolgreich zu sein. Sinn oder Unsinn?
Ja, auf jeden Fall. Aber leider genügt das nicht. Hingegen ist es auf jeden Fall schon der erste Schritt. Man muss immer versuchen, der Erste und anders zu sein.

6. Gesundheitsförderung ist für Angestellte heute selbstverständlich, aber für Kaderleute ist dies kaum ein Thema. Wer sorgt sich um Ihr Wohlergehen?
Ein Unternehmer ist wie ein Sportler. Er muss sich mit seiner Gesundheit und physischen Form beschäftigen, so auch mit seinem emotiven Leben. Das gehört leider zu seinen Pflichten. Man erwartet ja dasselbe von einem Piloten des Airbus 380, des grössten Passagierflugzeugs der Welt.


Teil 2: Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr, SBB, Bern(seit April 2011)
Teil 3: Serge Gaillard, Direktor, Finanzverwaltung EFV, Bern(seit Oktober 2012)
Teil 4: Barbara Kux, Vorstandsmitglied, Siemens, München (von November 2008 bis November 2013)