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Josef Ackermann kauft sich einen Lehrstuhl

Nun ist es offiziell: Der im August als Zurich-Präsident zurückgetretene Josef Ackermann finanziert einen Lehrstuhl an der renommierten Uni St. Gallen – ein Versuch, das lädierte Image aufzupolieren.

Veröffentlicht am 17.12.2013

Der umstrittene Manager Josef Ackermann will mit einem Teil seines Vermögens einen Lehrstuhl an der renommierten Universität St. Gallen aufbauen. Das gab er in der SRF-Show «Eco» bekannt. «Ich werde einen Lehrstuhl persönlich finanzieren und wir suchen momentan einen Professor», sagte der frühere Chef der Deutschen Bank. Wenn man in seinem Leben Geld verdient habe, solle man damit auch etwas für die Ausbildung tun, so Ackermann aus. Welchen Fokus der Lehrstuhl haben solle, führte er nicht aus.

Zuletzt hatte sich Ackermann mehrfach kritisch über seine eigene Zunft geäussertund moralisches Fehlverhalten von Bankern und die Gier nach immer mehr Rendite öffentlich angeprangert. Eine kürzlich erschienene Biografie mit dem Titel «Späte Reue» portraitiert Ackermann als durch die Finanzkrise geläuterten Finanz-Manager. Möglich also, dass Ackermann das Thema Wirtschaftsethik an der Uni St. Gallen stärker auf die Agenda heben möchte. Immerhin werden dort die künftigen Manager der Schweiz ausgebildet. 

Mit der Finanzierung des Lehrstuhls dürfte Ackermann freilich nicht nur im Sinn haben, die Ausbildung des Schweizer Nachwuchses zu verbessern. Ackermann ist einiges daran gelegen, seinen lädierten Ruf aufpolieren, der nach dem jähen Rücktritt als Zurich-Vorstand mach dem Freitod von Finanzchef Pierre Wauthier gelitten hat. 

(moh)

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