Die Zürcher Werbeagentur Jung von Matt/Limmat geniesst das beste Image, wird am häufigsten empfohlen und erhält für ihre Kreativität und Strategie Bestnoten. In der Werbemarkt-Studie der Media.Research.Group wurden erneut die 500 grössten Schweizer Werbeauftraggeber (Top-500-Auftraggeber) nach ihrem Urteil befragt. Von diesen nahmen 422 an der Umfrage teil, im Vorjahr waren es 365, beim ersten Ranking im Jahr 2003 hatten 56 Auftraggeber mitgewirkt; die Basis für das Ranking konnte also deutlich vergrössert werden.

Allerdings betrifft diese hohe Beteiligung nur den Gesamteindruck (Image), zu dem sich jeder Befragte äussern konnte. Bei den Empfehlungen liegen die Nennungen tiefer, ebenso bei Einzelleistungen wie Kreativität, Strategie und Beratung. Denn hier durften sich nur Kunden äussern, die den bewerteten Agenturen zuvor wirklich Aufträge gegeben hatten.

Befragt wurden die Verantwortlichen für die Marketingkommunikation, also entweder Marketing- oder Werbeleiter. In den meisten Fällen erhielt der Kommunikationsverantwortliche für das Gesamtunternehmen eine E-Mail mit einem Link zur Umfrage, die auf der Website der Media.Research.Group stattfand. Nur dieser Link ermöglichte eine Teilnahme; trotzdem wurde bei allen Antworten geprüft, ob sie von einer teilnahmeberechtigten Person stammten.

Anzeige

Die Resultate: In der ersten Kategorie wurden 12 Agenturen miteinander verglichen, die von 14 und mehr Kunden sowie von mindestens zwei Dritteln ihrer Top-500-Kunden beurteilt wurden. Die Werbeagentur Jung von Matt/Limmat erhält für ihre Kreativität die höchste Einzelnote von 9,22 Punkten. Für ihre Strategie holt sie ebenfalls die beste und für ihre Beratung die zweitbeste Note. Insgesamt platziert sie sich mit 8,71 von 10 Punkten auf dem ersten Platz, gefolgt von Spillmann Felser Leo Burnett (8,07 Punkte) und Ruf Lanz (7,68 Punkte).

Wirz hat deutlich zugelegt

Bei den 12 Werbeagenturen, die von weniger als 14 Kunden beurteilt wurden, siegt Metzgerlehner (7,32 Punkte) knapp vor McCann-Erickson und Zogg.Kettiger.Gasser, die sich mit je 7,31 Punkten den zweiten Platz teilen. Neben diesen 24 Agenturen wurden 16 weitere in den Wettbewerb um das beste Image und die beste Empfehlung miteinbezogen. Das beste Image (Grafik rechts) wird auch Jung von Matt attestiert, gefolgt von Ruf Lanz und der kleinen Zürcher Agentur Walker. Bei den Empfehlungen gewinnt – wen wunderts – Jung von Matt, vor Spillmann Felser Leo Burnett und Advico Young & Rubicam.

Was hat sich im Vergleich zum Vorjahr an der Spitze geändert? Wenn man die Rangierung der einzelnen Agenturen der ersten Kategorie analysiert, gibt es nach Auskunft von Walter Weder von der Media.Research.Group nur eine Veränderung: Wirz ist vom neunten auf den fünften Platz vorgerückt.

Ganz anders sieht es laut Weder aus, wenn man die diesjährigen Noten der einzelnen Agenturen mit denjenigen des Vorjahres vergleicht. «Am stärksten zugelegt hat Jung von Matt (+0,68 Punkte), was zur deutlichen Konsolidierung des ersten Platzes beigetragen hat. Wirz hat 0,62 Notenpunkte zugelegt und Ogilvy&Mather 0,42 Punkte.» Zu den Verlierern gehören Publicis (–0,24 Punkte) und Contexta (–0,14 Punkte). Weder: «Die notenmässigen Einbussen der Verlierer sind deutlich geringer als die Gewinne der besten Agenturen.»

Am Profil arbeiten

«Für uns ist das Ranking sehr wichtig», erklärt Rolf Helfenstein von Jung von Matt/Limmat. Denn es sei das einzige Ranking, das die Werbeauftraggeber befrage. In den letzten Jahren sei die Teilnahmequote massiv angestiegen, was das Ranking immer repräsentativer und damit sehr aussagekräftig mache. Zudem werde das Gesamtimage aller Schweizer Agenturen gemessen. Helfenstein: «Dabei können alle Befragten alle Agenturen bewerten, zu denen sie sich ein Urteil zutrauen. Image und Empfehlungsrate sind wichtige Indizien für die Stellung einer Agentur im Markt.» Bei der Einzelbewertung zeige sich die «Kundenzufriedenheit jeder Agentur».

Walter Weder von der Media.Research.Group ist überzeugt, dass die Agenturen aus den Ergebnissen ein Profil von der Wahrnehmung ihrer Stärken und Schwächen ableiten können. «Als Konsequenz können sie an diesem Profil arbeiten. Gerade in der Rezession ist die Stärke einer Agenturmarke sehr wichtig für die Agenturwahl.» Das Ranking habe sich zu einem wichtigen Massstab entwickelt und werde stets gespannt erwartet.

Das als pdf-Download