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Kein Konkurrenzverbot für Roche-Präsident Humer

Franz Humer will von einem Ehrenpräsidium oder Konkurrenzverbot nichts wissen. (Bild: Keystone)

Der scheidende Roche-Präsident Franz Humer wird dem Schweizer Pharmakonzern auch in Zukunft beratend zur Seite stehen. Allerdings betont der Topmanager dafür kein Konkurrenzverbot zu benötigen.

Veröffentlicht am 06.03.2013

Der scheidende Verwaltungsratspräsident des Pharma-Konzerns Roche, Franz Humer, sieht das Unternehmen in einer Erfolgsphase. Für die Zeit nach seinem Rücktritt anlässlich der Generalversammlung 2014 wird er Roche, wie gemeldet, noch beratend zur Seite stehen.

Ein Konkurrenzverbot sei nicht ausgehandelt worden, auch ein Ehrenpräsidium sei nicht vorgesehen, sagte Humer in einem Interview mit der «Basler Zeitung». Und weiter: «Ich glaube, wir sind jetzt in einer Erfolgsphase. Wenn ich mir unsere Pipeline anschaue, ist es uns gelungen, Nachfolgemedikamente für Herceptin und Mabthera den Patientinnen zur Verfügung zu stellen beziehungsweise in der Entwicklung vorwärtszubringen», so Humer.

Gleichzeitig verspäte sich die Entwicklung der Biosimilars von Mabthera. «Bei Produkte-Pipelines muss man immer vorsichtig sein, aber ich fühle mich da recht zuversichtlich. Das schaut sehr gut aus, besser als vor zwei Jahren», so der Roche-Präsident.

Pharma und Diagnostik im Fokus

Den Fokus von Roche sieht Humer für die kommenden Jahre weiterhin auf die Bereiche Pharma und Diagnostik gerichtet. «Ich sehe in der Branche auch wieder eine Gegenbewegung zum Diversifizierungstrend. Pfizer, Merck oder Bristol Myers Squibb spalten Geschäftsteile ab. Es ist einfach nicht vernünftig für ein langfristig ausgerichtetes Geschäft wie Pharma, kurzfristig auf Modeströmungen zu reagieren. Ich gehe bei unserem Markt immer noch davon aus, dass er unbeschränkt ist», sagt Humer.

Zum Thema Konkurrenzverbot sagte Humer, dass ihm so etwas nie in den Sinn gekommen wäre. «Ich habe 20 Jahre in der Firma verbracht! Dieses Unternehmen ist mein Zuhause, hier ist mein Herzblut drin. Da brauche ich doch kein Konkurrenzverbot. Für eine andere Pharmafirma zu arbeiten, ist für mich nicht vorstellbar.» Er werde nach seinem Ausscheiden sowohl der Familie als auch dem Verwaltungsrat und dem Nachfolger, wenn das gewollt sei, zur Verfügung stehen.

Allerdings brauche er dazu keinen Beratervertrag. Ein Ehrenpräsidium passe weder vom Titel noch vom Amt her für ihn, wie Humer weiter sagte. Was seinen Nachfolger anbetreffe könnte dieser auch aus dem Kreis der bisherigen VR-Mitglieder kommen, so Humer.

(muv/vst/awp)

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