1. Home
  2. LVMH-Chef schafft Vermögen offenbar nach Belgien

Management

LVMH-Chef schafft Vermögen offenbar nach Belgien

Bernard Arnault und die Redaktion der «Libération» werden wohl keine besten Freunde mehr. (Bild: Keystone)

Der französische Milliardär Bernard Arnault soll laut einem Medienbericht einen grossen Teil seines Vermögens nach Belgien transferiert haben. Der Chef des Luxuskonzerns LVMH hatte zuvor bereits versu

Veröffentlicht am 24.01.2013

Die belgischen Behörden wollten dem französischen Milliardär Bernard Arnault ihre Staatsbürgerschaft nicht zuerkennen. Einen Grossteil seines Vermögens hat der Chef des Luxuskonzerns LVMH offenbar trotzdem nach Belgien geschafft, wie «Spiegel Online» unter Berufung auf «Libération» berichtet. Es gehe dabei um «praktisch seinen gesamten» Anteil an dem Unternehmen, heisst es.

Der 63-Jährige wolle so den «Fortbestand und die Vollständigkeit» seiner Arnault-Gruppe auch im Falle seines Todes sichern, was in Frankreich juristisch nicht möglich sei. Dem Bericht zufolg übertrug Arnault seinen Anteil sowie die Nutzungsrechte seiner fünf Kinder in eine seiner belgischen Gesellschaften. Mithilfe einer Stiftung wolle er sicherstellen, dass seine Kinder nach seinem Tod zehn Jahre ihre Anteile nicht verkaufen und ihre Stimmrechte nicht ausüben können, aber Dividenden erhalten.

Im Herbst war bekannt geworden, dass sich Arnault um einen belgischen Pass bemüht. Die Berichte hatten in Frankreich landesweit Aufsehen erregt und wurden als Reaktion auf die Pläne von Präsident François Hollande gewertet, die Steuern für Spitzenverdiener auf 75 Prozent anzuheben. Hollande stellte öffentlich Arnaults Patriotismus in Frage.

Reichster Mann Europas

Auch die «Libération» nahm bereits eine Rolle in der Angelegenheit ein: Arnault kündigte im September an, er werde gegen die linksgerichtete Zeitung «Libération» Anzeige erstatten wegen «öffentlicher Beleidigung».

«Libération» hatte auf der gesamten Titelseite ein grosses Foto von Arnault mit einem knallroten Koffer abgedruckt und mit dem Text überschrieben: «Hau ab, du reicher Idiot!». Die Schlagzeile war offenbar eine Anspielung auf Sarkozy, der 2008 einen Mann, der ihm den Händedruck verweigert hatte, mit den Worten angefahren hatte: «Hau ab, du armer Idiot!»

Der Chef des Luxuskonzerns LVMH ist dem Magazin «Forbes» zufolge mit einem Vermögen von 32 Milliarden Euro der reichste Mann Europas und der viertreichste Mann der Welt. Laut Schätzungen leben tausende wohlhabende Franzosen in Belgien, weil sie dort weniger Steuern zahlen. Sie stehen bei den Franzosen unter dem Generalverdacht der Steuerflucht.

(tno/muv/sda)

Anzeige