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Ermittlungen
Mauritius friert Gelder von Jean-Claude Bastos ein

Investor Jean-Claude Bastos
Jean-Claude Bastos: Seine Tätigkeit für Angolas Staatsfonds ist in Verruf geraten.Quelle: Anita Baumann

Der Druck auf Jean-Claude Bastos steigt. Mauritius friert offenbar Geld von Bastos ein - der Verdacht lautet Geldwäscherei.

Veröffentlicht am 09.04.2018

Die Reputation von Jean-Claude Bastos ist bereits stark angeschlagen. Seit die «Handelszeitung» und weitere Schweizer Medien seine zweifelhaften Geschäfte in Angola ans Tageslicht brachten, hat der Vermögensverwalter einen schlechten Ruf. Nun kommen zum Reputationsschaden auch konkrete rechtliche Probleme hinzu: Laut mauritischen Medien hat das oberste Gericht des Inselstaats Geld von Bastos blockiert. Die Finanzaufsicht suspendierte zudem die Lizenz verschiedener Gesellschaften von Bastos Finanzgruppe. Gemäss dem Medienbericht besteht der Verdacht auf Geldwäscherei. Das Gericht beschuldigt Bastos überdies, unvollständige Angaben über ein Schweizer Gerichtsurteil gemacht zu haben. Ein Zuger Gericht hat Bastos im Jahr 2011 wegen mehrfacher qualifizierter ungetreuer Geschäftsbesorgung verurteilt.

Das auf Mauritius eingefrorene Geld – umgerechnet 157 Millionen Dollar – befindet sich auf 25 Bankkonti. Der Schweiz-Angolaner hat hauptsächlich vom Inselstaat aus sein Mandat für den Angolanischen Staatsfonds ausgeübt: Von Mauritius aus managte er die im Fonds gesammelten Einnahmen des bitterarmen Landes aus der Ölförderung. Für diese Arbeit liess er sich nicht nur fürstlich entschädigen. Er investierte mit dem Fonds auch in Projekte, an denen er selber beteiligt war. Für Unmut sorgte auch der Weg, wie er zum lukrativen Mandat  gekommen war. Er verdankt es seiner Freundschaft mit dem Sohn des Ex-Präsidenten von AngolaJosé Filomeno dos Santos. Ex-Präsidentensohn Dos Santos steht in Angola unter Korruptionsverdacht und darf das Land nicht verlassen.

Neuer Präsident lässt Staatsfonds durchleuchten

Für Bastos könnte neben den Problemen in Mauritius auch Ärger in Angola folgen. Der neue angolanische Präsident lässt nämlich die Investitionstätigkeit des Staatsfonds von einer externen Gesellschaft untersuchen. Bastos hat letzten Herbst jegliches Fehlverhalten bestritten. Bastos Finanzgruppe Quantum Global Group bestätigte am Montag die Lizenzsuspendierungen auf Mauritius. Die Zuger Finanzgruppe will sich vehement gegen «unbegründete Attacken» gegen ihre Reputation wehren. Sie halte sich in allen Ländern, wo sie tätig ist, an die Gesetze, betont die Gesellschaft in ihrer Mitteilung.

(mbü)

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