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Microsoft: „Ein Charlie-Brown-Management“

In der Kritik: Microsoft-Chef Steve Ballmer (Bild: Keystone)

Ein einflussreicher US-Hedgefonds-Manager kritisiert Microsoft-Chef Steve Ballmer scharf. Der stecke in der Vergangenheit fest. Mit seinem Urteil hat der Kritiker schon einmal ins Schwarze getroffen.

Veröffentlicht am 26.05.2011

Der einflussreiche US-Hedgefonds-Manager David Einhorn hat sich für die Ablösung von Microsoft-Chef Steve Ballmer ausgesprochen. Microsoft leide unter einem "Charlie-Brown-Management", sagte der Präsident der Investmentgesellschaft Greenlight Capital auf einer Konferenz in New York.

Charlie Brown ist eine Figur in dem bekannten Comic "Peanuts" und spielt dort die Rolle des ewigen Verlierers. Ballmer belaste als CEO von Microsoft den Aktienkurs des Softwarekonzerns, sagte Einhorn. Es sei Zeit für den Verwaltungsrat (Board) von Microsoft, Ballmer abzulösen.

Steve Ballmer (55) hatte die Unternehmensleitung im Januar 2000 von Bill Gates übernommen. Microsoft steht derzeit unter Druck, weil Firmen wie Google und Apple das Geschäft mit Smartphones dominieren und Tablet Computer wie das iPad von Apple den Absatz von preiswerten Windows-Laptops schrumpfen lassen.

Riesenverluste im Online-Geschäft

Einhorn räumte in seinem Vortrag auf der Ira Sohn Investment Conference ein, dass die jüngsten Geschäftszahlen von Microsoft im Vergleich zu anderen Unternehmen im S&P-Index überdurchschnittlich gut ausgefallen sind. Der Kurs von Microsoft entwickelte sich in den vergangenen fünf Quartalen jedoch viermal schlechter als der S&P-Index.

Microsoft verdient sein Geld mit den Stammprodukten Windows und Office und auch mit der Spielekonsole Xbox. In Sparten wie dem Online-Geschäft fallen jedoch Riesenverluste an. Bei den Aktivitäten unter der Suchmaschinen-Dachmarke "Bing" war allein im jüngsten Quartal ein Minus von mehr als 700 Millionen Dollar angefallen.

Einhorn warf Ballmer vor, in der Vergangenheit festzustecken. "Er hat Wettbewerbern ermöglicht, Microsoft in wichtigen Bereichen wie Suche, mobiler Kommunikationssoftware, Tablet Computer und Soziale Netzwerke zu schlagen. Und noch schlimmer ist: Die Reaktionen auf diese Fehlentwicklungen haben nur dazu geführt, dass enorme Ressourcen verschwendet wurden, um vergeblich einen Ausweg aus dieser Ecke zu finden."

Der Präsident der Investmentgesellschaft Greenlight Capital geniesst in der US-Finanzwelt ein gewisses Ansehen, weil er bereits auf der Ira-Sohn-Konferenz im Mai 2008 die Geschäftspraktiken der Investmentbank Lehman Brothers Inc. scharf kritisiert hatte. Im September 2008 meldete Lehman Brothers dann Insolvenz an. Greenlight Capital hält nach eigenen Angaben Microsoft-Aktien im Wert von 230 Millionen Dollar.

(laf/tno/awp)

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