Die Schuldenkrise im Euroraum und die siechende US-Wirtschaft machen einem Star unter den Hedgefonds-Managern mächtig zu schaffen: Der Flaggschiff-Fonds von John Paulson hat in diesem Jahr nach US-Medienberichten fast die Hälfte seines Wertes verloren. Paulson stellte sich angesichts der dramatischen Lage am Dienstag in einer Telefonkonferenz seinen Geldgebern.

Die «Financial Times» berichtete unter Berufung auf mehrere Teilnehmer, Paulson habe Befürchtungen um die Zukunft seines Hedgefonds-Imperiums heruntergespielt. Allerdings können Investoren noch bis Ende Oktober entscheiden, ob sie ihre Einlagen zurückhaben wollen. Schlimmstenfalls könnte, so habe Paulson gesagt, jeder vierte Dollar abfliessen.

Paulson hatte auf eine Erholung der Wirtschaft gewettet, doch zum einen kommt die US-Konjunktur nicht richtig in Schwung und zum zweiten ist ihm die Euro-Schuldenkrise in die Quere gekommen. Die Finanzmärkte gingen zwischenzeitlich kräftig auf Talfahrt und mit ihnen schmolz das von Paulson verwaltete Vermögen zusammen. Zuletzt war sein Imperium noch rund 30 Milliarden Dollar schwer.

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38 Milliarden Dollar verwaltete Vermögen

In der Spitze hatte Paulson einmal 38 Milliarden Dollar verwaltet. Einen guten Teil des Geldes hatte Paulson während der Finanzkrise angehäuft, als er das Platzen der US-Immobilienblase vorausahnte und 2007 massiv gegen den damals noch boomenden Hypothekenmarkt wettete. Das brachte ihm Ruhm an der Wall Street ein und katapultierte ihn in den Olymp der Hedgefonds-Manager.

Hedgefonds sammeln Gelder von Investoren ein und legen sie an. Sie haben dabei den Vorteil, dass sie weit weniger scharf vom Staat reglementiert werden als Banken. Hedgefonds wetten auf steigende und fallende Kurse, auf Aktien, Anleihen, Währungen, Rohstoffe oder Immobilien und nutzen dafür teils obskure Finanzvehikel. Sie können blitzschnell ihre Strategie wechseln oder sind in zig Anlageformen gleichzeitig aktiv.

Um ein noch grösseres Rad drehen zu können, finanzieren sie Geschäfte nicht selten auf Pump und gehen dabei hohe Risiken ein. Diese Unberechenbarkeit bringt ihnen immer wieder Kritik ein.

(vst/awp)