Thomas Minder, Vater der gleichnamigen Initiative, will Verwaltungsräte zwingen, dass sie mit dem eigenen Vermögen Verantwortung für ihr Tun und Lassen übernehmen. Im Nachgang zur Generalversammlung der Credit Suisse (CS) vom letzten Freitag sollen Schlupflöcher, die seine Initiative lässt, mit Hilfe des Parlaments gestopft werden.

«Das ist die Konsequenz von Rohner», sagt Minder im Interview mit dem «Sonntagsblick», gemünzt auf Urs Rohner, den Verwaltungsratspräsidenten der CS.

«Nicht aus der Verantwortung stehlen»

Minder ärgert sich, dass sich vorab bei der CS, aber auch in anderen Unternehmen, niemand verantwortlich fühlt «für Altlasten und vorsätzliche Vergehen». «So deutlich wie Urs Rohner am Freitag bei der Credit-Suisse-Generalversammlung hat das noch nie jemand gesagt», so Minder.

Damit soll nach Minders Vorstellungen nun Schluss sein: Der Verwaltungsrat solle mit seinem Privatvermögen haften, wenn der Staat einer Bank zur Hilfe eilen muss oder wenn eine rechtskräftige Behörde eine Busse ausspricht. «So können sich Verwaltungsräte nicht aus der Verantwortung stehlen.»

Schlupflöcher stopfen

Einen weiteren Vorstoss plant Minder vorerst nicht, da er dem wenig Chancen einräumt. Doch bei der Umsetzung seiner Initiative gebe es Schlupflöcher. «Die wollen wir im Parlament jetzt stopfen», kündigt Minder an.

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So soll es künftig nicht mehr möglich sein, dass Aktionäre im Voraus über leistungsabhängige Löhne abstimmen. Leistung könne man immer erst hinterher beurteilen, so Minder.

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(sda/gku)

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