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Ungleichheit
Mit diesem Wissen können Frauen Karriere machen

Die Schweiz hinkt beim Anteil an Frauen in Chefpositionen hinterher. Eine Studie zeigt nun: Sind Frauen digital versiert, hilft das der Karriere. Bei den Schweizerinnen besteht Aufholbedarf.

Von Caroline Freigang
am 07.03.2016

In Schweizer Chefetagen sitzen weniger Frauen als bei der ausländischen Konkurrenz. Das belegt eine Studie des Beratungsunternehmens EY. Von 207 börsenkotierten Schweizer Firmen haben nur gerade sechs eine Verwaltungsratspräsidentin und sieben eine Chefin (CEO).

Seit Jahren wird diskutiert, wie Frauen zu ihren männlichen Kollegen aufschliessen können. Eine neue Studie des Beratungsunternehmen Accenture anlässlich des Weltfrauentags am 8. März benennt jetzt die Digitalisierung als essenzielles Kriterium für den beruflichen Aufstieg von Frauen.

Bessere Bildung und Berufschancen

Unter «Digital Fluency», also digitalen Fähigkeiten, versteht Accenture, wie sehr jemand mit digitalen Technologien vertraut ist und diese in Beruf und Alltag nutzt. Dazu gehören E-Learning-Angebote, digitale Tools zur Zusammenarbeit mit Kollegen, soziale Medien oder die Nutzung von Smartphones. 

Für die Studie nahm Accenture 31 Länder unter die Lupe und fand heraus, dass Frauen mit umfassenden digitalen Fähigkeiten eine bessere Bildung und bessere Jobs haben. Gründe dafür könnten sein, dass die Digitalisierung ihnen ermöglicht, flexibler zu arbeiten und von einer besseren Work-Life-Balance zu profitieren.

Männer würden zwar auch von digitalem Know-How profitieren, heisst es in der Studie. Auf die Karriere von Frauen hätte der Ausbau digitaler Fähigkeiten aber einen wesentlich stärkeren Einfluss.

Schweiz im Mittelfeld

Den grössten Anteil Frauen mit guten digitalen Fähigkeiten gibt es laut der Studie in den USA, gefolgt von den Niederlanden und den skandinavischen Ländern. Die Schweiz belegt den zehnten Platz. Beim Bildungsniveau der Frauen ist die Schweiz auf dem 19. Platz, bei den beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten auf Platz acht.

Führend ist die Schweiz bei der Kluft zwischen den Geschlechtern in Bezug auf das digitale Know-How: 20 Prozent mehr Männer als Frauen gaben an, digitale Technologien zu nutzen, um Arbeit zu finden und sich auf diese vorzubereiten – nämlich 52 Prozent der Männer im Vergleich zu nur 31 Prozent der Frauen. Die Schweiz weist damit in Bezug auf die Digitalisierung der Arbeitskräfte – zusammen mit Japan, Singapur und Frankreich – den grössten Unterschied zwischen den Geschlechtern auf.

Vaterschaftsurlaub als Schlüssel

Neben dem digitalen Know-How wird als Schlüssel für den Erfolg von Frauen auch immer wieder die erweiterte Elternzeit genannt. Auch die EY-Studie betont: Unternehmen würden davon profitieren, Vätern in den Führungsetagen mehr Elternzeit zur Verfügung zu stellen.

«Wenn die Sorge für die Kinder nicht allein den Frauen auferlegt wird, steigen die Chancen, dass Frauen ihre unternehmerische Fähigkeiten und berufliche Kontakte ausbauen können, die für den Zugang zu Führungsgremien erforderlich sind», heisst es in der Studie. Dass es sich lohnt, Frauen zu befördern, zeigte sich in einer grossangelegten Studie des renomierten Peterson Institute of International Economics. Diese zeigte den Zusammenhang zwischen Frauen in höheren Management-Positionen und dem Unternehmenserfolg.

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