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Karriere
Mit diesen Rückfragen erkennen Sie seriöse Headhunter

Wie seriös arbeitet Ihr Headhunter?
Anruf vom Headhunter: Wann lohnt es sich, zuzuhören?Quelle: Andrea Caprez

Wenn ein Headhunter anruft, fühlen sich die meisten Manager geehrt. Nicht immer lohnt es sich, zuzuhören.

Von Stefan Mair
am 26.01.2018

Für viele Manager gehören sie zum Alltag: Anrufe von Headhuntern, die herausfinden wollen, ob ein Lebenslauf zu einem Job passt. Im Gespräch mit mit den Jobvermittlern, sollten folgende Fragen aber immer gestellt werden:

1 «Besteht ein exklusiver Suchauftrag

Die erfolgreichsten Headhunter erhalten von Firmen exklusive Suchaufträge für eine Position. Es spricht auch nicht unbedingt für die Firma, wenn mehrere verschiedene Headhunter ­beauftragt wurden, um Kandidaten für eine Position anzusprechen. Im schlimmsten Fall bekommen Sie nach dem Headhunter-Anruf gleich noch ­einen Call und müssen erklären, dass Sie schon mal angefragt wurden. Je exklusiver der Suchauftrag, desto ernster meint es das Unternehmen mit der ­Besetzung und desto wichtiger ist die Stelle in der Unternehmenspolitik.

2 «Wie viele Kandidaten haben Sie schon an die Firma vermittelt?»

Sie müssen herausfinden, ob der Headhunter eine wirkliche Beziehung zu einer Firma hat oder nur Lebens­läufe sammelt und diese an die Firma schickt. Dann versucht der Headhunter nämlich erst, ein Mandat zu bekommen, und benutzt Ihre Angaben für dieses Ziel. Das kann sich für Sie sogar imageschädigend auswirken, weil Ihr Lebenslauf in Firmen herumliegt, für die Sie sich gar nicht interessieren, oder Sie mit Jobs in Verbindung gebracht werden, die eventuell sogar unter ­Ihrem Level liegen. Je enger die Verbindung des Headhunters mit der Firma, umso besser. Vielleicht kennen Sie ja auch eine Person, die der Headhunter vermittelt hat, und können daraus Schlüsse ziehen.

3 «Wie lange suchen Sie schon nach einem Kandidaten?»

Je nach Offenheit des Headhunters können Sie aus der Antwort einiges über die Firma und den Prozess, der auf sie zukommt, herauslesen. Wenn Sie der erste Kandidat sind, der angesprochen wird, dauert der Vermittlungsprozess länger, weil die Firma noch weitere Vergleichskandidaten haben will oder muss. Sucht der Headhunter schon lange nach einem Kandidaten, fragen Sie nach, woran es liegt. Finden Sie heraus, was die spezifischen Kriterien sind, an denen die bisherigen Kandidaten scheiterten oder bei denen sie sich nicht mit der Firma einigen konnten. Wenn Sie früh merken, dass Sie diese Kriterien ebenfalls nicht erfüllen, nehmen Sie sich aus dem Rennen, um nicht ein weiterer Mismatch zu sein.

4 «Was sind die Eckpunkte des Compensation-Pakets?»

Ein professioneller Headhunter wird Ihnen diese Eckpunkte nennen können. Wenn er sich weigert, über Zahlen zu reden, weiss er sie entweder selbst nicht – und ist dementsprechend weit weg von der Firma, die ihm den Auftrag gibt – oder die Zahlen sind so niedrig, dass er sie nicht nennen will. Gibt es keine Infos zur Kompensation, können Sie den Headhunter vergessen.

5 «Sammeln Sie Informationen für Ihre Datenbank?»
Immer wieder rufen Headhunter Spezialistinnen und Spezialisten an, ohne eine konkrete Position anzubieten. Hingegen sammeln sie dabei Informationen für die eigene Datenbank, um für zukünftige Suchaufträge besser gerüstet zu sein. Überlegen Sie sich gut, ob Sie so freundlich sind, dem Headhunter bei seiner Arbeit zu helfen, oder ob die Datenabfrage nutzlos für Sie ist. Fragen Sie zudem, was er mit den erhobenen Daten genau anstellt und in welchen Datenbanken diese abrufbar sind. Sie können auch festhalten, dass Sie ­informiert werden wollen, bevor die Daten genutzt werden.

6 «Wie sind Sie ausgerechnet auf mich gekommen?»
Massenanrufe von Headhuntern lassen sich leicht durch diese Frage entblössen. Wenn der Headhunter Ihnen nur Ihr Linkedin-Profil herunterbetet und keine Informationen über Sie hat, die darüber hinausgehen, sollten Sie skeptisch werden. Je personalisierter die Anfrage, desto vielversprechender ist auch eine erfolgreiche Vermittlung. Massenabfragen kosten Sie in den meisten Fällen nur wertvolle Zeit.

7  «Welche Details kennen Sie, die über die Stellenanzeige hinausgehen?»
Nach einem ersten Anruf kann Ihnen der Headhunter eine Stellenanzeige zustellen, sofern die Stelle öffentlich ausgeschrieben ist. Fragen Sie nach, was der Headhunter über die Anzeige hinaus weiss. Je genauer er die Firmenkultur oder spezielle Anforderungen kennt, desto besser stehen die Erfolgschancen.

8 «Wie ist das Unternehmen in der Branche positioniert?»
Die Seriosität des Headhunters können Sie ebenfalls schnell beurteilen, ­indem Sie nach einer Einschätzung zur Branche, in der gesucht wird, fragen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Headhunter Kenntnisse über den Markt hat, ist er eher vertrauenswürdig. Wichtig zu verstehen: Der Headhunter-Anruf sollte nie nur als einseitige «Ehre» empfunden werden. Wenn Sie von einem Headhunter kontaktiert werden, müssen und dürfen Sie ihn als Gegenüber auf Augenhöhe und Sparringpartner behandeln. Gibt Ihnen ein Headhunter das Gefühl, dass Sie dankbar für seinen Anruf sein sollen, gehen Sie auf Abstand.

9 «Nach welchem Vergütungsmodell arbeiten Sie in diesem Mandat?»
Der Headhunter muss Ihnen natürlich nicht seinen Gehaltszettel vorlegen. Aber es kann aufschlussreich sein, zu erfahren, ob er nach dem Contingency- oder dem Retain-Modell bezahlt wird. Beim Contingency-Mandat erhält der Headhunter ein Honorar bei Vertragsunterzeichnung eines Kandidaten und beim Retained-Mandat wird das Honorar in drei Stufen ausgezahlt: bei Auftragsvergabe, Vorstellung eines Kandidaten und bei der Vertragsunterzeichnung. Headhunter, die nach dem Retain-Modell, also mehrstufig, bezahlt werden, sind meistens etablierter und Firmen sind bereit, bereits für den Suchprozess und die Präsentation der Kandidaten Geld zu bezahlen. Das gibt auch einen Hinweis auf das Commitment der Firma, die Stelle auch wirklich zu besetzen.

10 «Wo befindet sich Ihr Büro?»
Der Markt der Headhunter reicht von noblen Vermittlungsagenturen bis zu agilen Einzelkämpfern. Wenn jemand von zu Hause aus arbeitet, muss das nicht zwangsläufig gegen seine Qualität sprechen. Aber grössere Firmen vergeben Aufträge eher nicht an freiberufliche Kandidaten-Finder. Je nachdem wie Ihr professionelles Profil aussieht, können Sie entscheiden, ob Sie sich von einem Freiberufler vermitteln lassen wollen.

11 «Haben Sie schon mal eine Stelle auf diesem Level vermittelt?»
Je nachdem wie weit oben Sie auf der Karriereleiter sind, spielt es eine Rolle, ob der Headhunter Erfahrungen mit Ihrem Level hat. Das erspart Ihnen viel Mühe während des Vermittlungsprozesses, wenn Sie sich wirklich für die Stelle interessieren.

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