Es ist eine Erfolgsgeschichte, die hierzulande kaum Beachtung findet: Die Schweizer Familie Zuellig hat in Asien ein weitverzweigtes Firmenimperium geschaffen. Die Zuellig Group vertreibt von Hongkong aus vor allem Pharmaprodukte in Asien und gehört zu den schärfsten Rivalen der Schweizer Handelsgruppe DKSH. Die Wirtschaftszeitung «Bilanz» schätzte der Wert der Gesellschaft auf deutlich über eine Milliarde Franken.

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Anfang 2017 starb der Familienpatriarch Stephen Zuellig im Alter von fast hundert Jahren. Nun ist nur zwei Jahre später sein Sohn Peter Zuellig gestorben, wie einer Todesanzeige zu entnehmen ist.

Der 68-Jährige hinterlässt wie bereits sein Vater und Onkel ein eindrückliches Lebenswerk. Seine auf Tierfutter und Fischfarmen spezialisierte Singapurer Golden Springs Group beschäftigt 10'000 Angestellte in der ganzen Welt. Zum Geschäft gehören unter anderem Zuchtfarmen für den beliebten Süsswasserfisch Tilapia. Peter Zuelligs zweites Unternehmen, Parazelsus, vertreibt von Mumbai aus Medikamente in der Grossregion Indien.

DKSH

DKSH: Das Zürcher Handelshaus liebäugelt immer wieder mit einer Übernahme der Zuellig Gruppe.

Quelle: Keystone

Karriere im Dienste der Familie

Von den vier Kindern von Stephen Zuellig war Sohn Peter wohl am stärksten in die Aktivitäten der Zuellig Gruppe eingebunden. Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Zürich startete er 1981 bei der Zuellig-Gesellschaft Interpacific seine Karriere. 2006 wurde er mit der Gründung von Parazelsus selber unternehmerisch tätig.

Der Unternehmer war auf der ganzen Welt zu Hause, blieb aber mit der Schweiz eng verbunden – das gilt auch für den Rest der Familie. Patriarch Stephen hatte das Schloss Meienberg bei Rapperswil-Jona besessen.

Der Grossvater legte die Basis

Den Grundstein für das Familienimperium hatte Frederick Zuellig gelegt – der Grossvater von Peter. 1922 übernahm der Schweizer Auswanderer ein Handelshaus auf den Philippinen. Seine Söhne Stephen und Gilbert bauten das Unternehmen auf teilweise abenteurliche Weise zu einer der grössten Firmengruppen Asiens in Familienbesitz aus.

«Ihre Erfolgsformel war effektiv, sie waren in Asien bekannt, vertrauenswürdig und hatten weitläufige Kontakte (..)», schrieb die NZZ in einem Nachruf zu Stephen Zuellig. Heute haben die verschiedenen Unternehmen der Zuellig Gruppe zusammen 12'000 Angestellte und machen rund 15 Milliarden Dollar Umsatz. Mit dem Singapurer Staatsfonds Temasek hat die Gruppe einen bekannten Grossaktionär.

Die Zuellig Gruppe gehört zu den grössten Konkurrenten des Schweizer Handelskonzerns DKSH. Immer wieder gibt es Gerüchte, dass DKSH Zuellig übernehmen könnte – bis jetzt hat die verschwiegene Schweizer Familie ihre asiatische Gruppe aber nicht aus der Hand gegeben.