Der belgische Baron Louis de Cartier ist 92-jährig verstorben. De Cartier war zusammen mit dem Schweizer Milliardär Stephan Schmidheiny in Italien erstinstanzlich in einem Asbest-Prozess für schuldig befunden worden; das Urteil im Berufungserfahren wird für Anfang Juni erwartet.

De Cartiers Tod wurde von dessen Anwalt Cesare Zaccone gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bestätigt. Der Baron starb in Belgien, die Todesursache wurde nicht genannt.

Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe

Schmidheiny und de Cartier waren vor einem Jahr von einem Turiner Strafgericht zu jeweils 16 Jahren Gefängnis sowie zu Schadensersatzzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden früheren Besitzer der italienischen Eternit S.p.a. (Genua) absichtlich eine Umweltkatastrophe verursacht hätten.

Ferner haben sie gemäss der Urteilsbegründung vom Mai 2012 mit Absicht Sicherheitsmassnahmen in zwei der vier italienischen Fabriken der Eternit S.p.a. (Genua) nicht eingehalten. Bei den zwei anderen Fabriken hatte das Strafgericht die Fälle als verjährt erachtet.

Gegen das Urteil gingen sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die beiden Verurteilten in Berufung. Das Urteil im Berufungsprozess soll am 3. Juni veröffentlicht werden.

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Der Tod des Mitangeklagten stellt die Auszahlung etwaiger Schadensersatzgelder an die Asbestopfer infrage. Anwalt Zaccone erklärte, mit dem Tod seines Mandanten sei das erstinstanzliche Urteil nichtig.

(chb/sda)