Der Bündner Stromversorger Repower hat eine neue Verwaltungsratspräsidentin. An der Generalversammlung des Unternehmens vom Mittwoch in Landquart wählten die Aktionäre Monika Krüsi in das Amt. Sie ersetzt den ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz, der derzeit in Zürich in Untersuchungshaft sitzt.

Vincenz war vor seinem Rücktritt bei Repower bereits aus den Verwaltungsräten anderer Unternehmen zurückgetreten - zum Beispiel beim Versicherer Helvetia. Dank seines dortigen Abgangs hatte die Finanzmarktaufsicht Finma das Verfahren gegen ihn eingestellt. Das Verfahren der Finma bezog sich auf Interessenskonflikte und Regelverstösse während der Zeit von Vincenz als Raiffeisen-Chef.

Seit März 2018 in Haft

Im Zürcher Gefängnis sitzt Vincenz seit März 2018 aber aus einem anderen Grund. Die Staatsanwaltschaft ihm ungetreue Geschäftsbesorgung vor. Er soll bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno und der Investmentgesellschaft Investnet ein Doppelspiel gespielt und persönlich abkassiert haben. Vincenz bestreitet die Vorwürfe.

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Neben der Wahl des Verwaltungsrats gab Repower-Chef Kurt Bobst einen Ausblick aufs laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die Marktbedingungen auch 2018 herausfordernd bleiben würden und dass mit einer zunehmenden Volatilität der Marktpreise zu rechnen sei, erklärte er. Für das Jahr 2018 erwarte das Unternehmen ein tieferes operatives Ergebnis als 2017.

(sda/tdr)