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Aufsicht
Monika Ribar gerät ins Visier der GPK

Ribar
Monika Ribar: Spürt Gegenwind wegen ihrer Verstrickung mit Jean-Claude Bastos.Quelle: Keystone

Sie war die Vorzeigefrau der Schweizer Wirtschaft. Ihr Engagement in Angola bedroht nun aber die Karriere von Monika Ribar.

Veröffentlicht am 22.11.2017

Das Angola-Engagement bedroht die Karriere von SBB-Präsidentin Monika Ribar. Laut «Bilanz» ist die ständerätliche Geschäftsprüfungskommission (GPK) respektive deren Subkommission, die für die Überwachung des Verkehrsdepartement (Uvek) zuständig ist, aktiv geworden. «Wir haben an unserer Sitzung vom 7. November entschieden, uns des Dossiers anzunehmen», sagt deren Präsident Claude Hêche zum Wirtschaftsmagazin. «In einem ersten Schritt haben wir mehrere Fragen an Doris Leuthard eingereicht.»

Die parlamentarischen Aufseher wollen zum einen detaillierte Angaben zum Ablauf der Wahl von Monika Ribar, zum anderen wollen sie auch wissen, wie Leuthards Departement den Fall einschätzt und ob schon Lehren daraus gezogen wurden, schreibt «Bilanz». Leuthard müsse diese Fragen vor Ende Jahr beantworten, wir Hêche zitiert. «Danach entscheiden wir, ob der Fall damit für uns erledigt ist oder ob wir dann eine vertiefte Untersuchung einleiten.»

 

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Prominenz in der Swiss-Angola-Connection

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Der Investor Jean-Claude Bastos de Morais wuchs in der Schweiz auf, ­studierte in Freiburg BWL und stieg später ins Consulting ein. Nach dem Krieg baute er in Angola, der Heimat seines Vaters, die erste Investmentbank des Landes auf, die Banco Kwanza Invest – zusammen mit dem damaligen ­Präsidentensohn. Es folgten Mandate für Zentralbank und Staatsfonds.

Die nächste SBB-Generalversammlung findet im Frühjahr statt, die Wiederwahl von Monika Ribar galt bislang als Formsache. Doch jetzt könnte sie zu einer Zitterpartie werden, spekuliert «Bilanz». Etliche Politiker von rechts bis links würden Ribars Angola-Engagement zumindest als «heikel» bezeichnen. Ribar sah sich gezwungen, Versäumnisse einzuräumen. «Der Lack ist ab», schreibt das Magazin süffisant als Titel über den Text.

Monika Ribar trat 2015, damals schon Vizepräsidentin des SBB-Verwaltungsrats, in den Verwaltungsrat der Capoinvest Limited ein. Diese Firma des schweizerisch-angolanischen Geschäftsmannes Jean-Claude Bastos ist auf den Britischen Jungferninseln domiziliert. Sie steht hinter der Finanzierung des Baus eines Tiefseehafens in der angolanischen Provinz Cabinda. Monika Ribar verliess den Verwaltungsrat 2016 wieder.

(ise)