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Neuer Swiss-Re-CEO: Verwalter statt Gestalter

Swiss Re: Grösster Rückversicherer der Schweiz. Keystone

Seit Juli sitzt Christian Mumenthaler auf dem Swiss-Re-Chefsessel. Der neue CEO spricht sich trotz Gewinnrückgang klar für die von seinem Vorgänger ausgeheckte Strategie aus.

Veröffentlicht am 29.07.2016

Der seit Anfang Juli amtierende Konzernchef des Rückversicherers Swiss Re, Christian Mumenthaler, will den von ex-CEO Michel Liès eingeschlagenen Pfad weitergehen. «Ich war bei der Erarbeitung der aktuellen Unternehmensstrategie beteiligt und sehe daher keinen Grund, diese zu ändern», sagte er am Freitag am Rande der Medienkonferenz anlässlich der Präsentation der Semesterresultate.

Auf dem Investorentag im Herbst werde er keine neue Strategie vorstellen, betonte Mumenthaler und verdeutlichte, dass er für einen stabilen Kurs bei dem Rückversicherer stehen will. Auch bei der Bildung und Auflösung von Rückstellungen, mit der Versicherungsgesellschaften vergleichsweise stark ihre ausgewiesenen Gewinne steuern können, hat der Manager keine Änderungen vorgenommen. Die Prozesse seien auch nach seinem Amtsantritt als Konzernchef gleich geblieben, sagte er.

Gewinnrückgang im zweiten Quartal

Dieses Thema ist insofern von Bedeutung, weil neue Konzernchefs gerne Rückstellungen erhöhen, damit sie für allfällige Fehler ihrer Vorgänger nicht verantwortlich gemacht werden können und mehr Spielraum für die eigenen Managemententscheidungen in der Zukunft zu haben.

Beim zweitgrössten Rückversicherer der Welt, der Swiss Re, sank im zweiten Quartal der Gewinn markant um rund 22 Prozent auf 637 Millionen Dollar, was auch auf Änderungen bei den Rückstellungen zurückzuführen gewesen war.

Keine schlaflosen Nächte

Zum Quartalsverlust in Höhe von 25 Millionen Dollar in der Sparte Corporate Solutions, wo sich der Rückversicherer Swiss Re im Markt weit nach vorne wagt und selbst Erstversicherungsgeschäft betreibt, sagte Mumenthaler, dass er diesbezüglich keine schlaflosen Nächte habe.

In der Vergangenheit habe Swiss Re in dieser Division gute Gewinne erwirtschaftet und als Folge der dünnen Margen können in diesem Bereich durchaus auch mal grössere Schäden auftreten.

Mumenthaler: «Ziemlich gute» Resultate

Swiss Re trafen im ersten Halbjahr zwei Grossschäden von zusammen rund 100 Millionen Dollar. Der neue Konzernchef will dieses Geschäftsfeld strategiekonform weiter ausbauen.

An der Medienorientierung nannte Mumenthaler die Semesterresultate angesichts der herausfordernden Märkte «ziemlich gut». Zum Einfluss des Brexit-Entscheids in Grossbritannien auf den Rückversicherer äusserte sich der Konzernchef zurückhaltend. Es sei noch viel zu früh, um über die konkreten Auswirkungen des Brexit-Entscheids auf den Swiss Re-Konzern zu sprechen, sagte der Manager.

Michel Liès hat den Rückversicherer Swiss Re auf Ende Juni verlassen. In einem Video sagte er «Au revoir».
 

(sda/ise/hon)

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