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Karriere
Nicole Loeb: «Es gab sicherlich einige Fehler»

Als Nicole Loeb Ende der Neunziger im Familienunternehmen einstieg, machte sie etwas Wichtiges falsch. Was die heutige Konzernchefin daraus lernte, erklärt sie im neuen Ratgeber «Plötzlich Chef».

Veröffentlicht am 28.10.2015

Nicole Loeb führt das Traditionswarenhaus Loeb in fünfter Generation. 2005 übernahm sie die Leitung von ihrem Vater, seit 1999 ist sie im Konzern. An ihren Einstieg als Vorgesetzte erinnert sich die 48-Jährige gut:

Was war Ihre erste Führungsrolle?
Nicole Loeb: Das war bereits in meiner Jugend. Ich war aktives Mitglied der Pfadfinderbewegung. Mit 15 Jahren durfte ich zum ersten Mal eine Gruppe «Wölflis» führen, alles Jungs im Alter von sieben bis zehn Jahren. Für mich war dies eine besondere Erfahrung, da ich zum ersten Mal allein Verantwortung für andere trug.

Welches war der grösste Fehler, der Ihnen in Ihrer Laubahn als Führungskraft passiert ist?
Es gab sicherlich einige Fehler, die mir im Lauf meiner Karriere unterlaufen sind. An einen erinnere ich mich aber besonders gut – das war ganz zu Beginn meiner Laufbahn im eigenen Unternehmen. Als ich 1999 als Bereichsleiterin Fashion anfing, war ich voller Enthusiasmus und Tatendrang. Bei meinen Rundgängen durchs Haus sah ich denn auch tausend Dinge, die ich verändern wollte, und legte in der Damenmode gleich selbst Hand an. Kurz darauf stand eine wutentbrannte Abteilungsleiterin in meinem Büro. Sie legte mir eindringlich nahe, solche Aktionen zuerst mit ihr zu besprechen, da sie sonst das Gesicht vor ihrer Mannschaft verlieren würde.

Was haben Sie daraus gelernt?
Dass ich mein Team nicht einfach so mit Ideen und Entscheidungen überfahren kann. Ich handle heute viel überlegter, als ich es damals getan habe. Ich diskutiere meine Ideen und Visionen im Team. Auch wenn ich unliebsame Entscheidungen treffen muss, ist es wichtig, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Gründe kennen. Nur so gewinnt man die Unterstützung des Teams und hat den gewünschten Rückhalt.

 Dieser Text ist ein Auszug aus dem Titel «Plötzlich Chef. Souverän in der neuen Führungsrolle» von Claude Heini und Irmtraud Bräunlich Keller. Im Ratgeber geben bekannte Schweizer Führungskräfte Auskunft über ihren Start als Vorgesetzte.

Das Buch ist in der Reihe «Beobachter Edition» in Zusammenarbeit mit der Handelszeitung und der Schweizer Kader Organisation SKO erschienen. Sie können es hier erstehen.

 

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