Blendende Zahlen allein garantieren noch keinen langfristigen Geschäftserfolg. Das zeigt nicht erst die aktuelle Finanzkrise. Nachhaltig prosperieren grosse wie kleine Unternehmen erst, wenn sie auch den ökologischen und sozialen Anforderungen genügen. Dokumentiert werden diese Anstrengungen im Nachhaltigkeitsbericht.

Gute Berichte übernehmen laut Christine Jasch, Auditorin für die Genfer Société Générale de Surveillance SGS, am besten die Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI). Das Tüpfelchen auf dem i, das den Wert eines Nachhaltigkeitsberichtes deutlich erhöhe, sei die Überprüfung durch eine externe Stelle.

Handbuch hilft

Unter den vielen Richtlinien schälen sich die Vorgaben der GRI als Standard heraus. Was in Deutschland, Grossbritannien, den Niederlanden und in Skandinavien bereits Vorschrift ist, übernehmen in der Schweiz immer mehr Unternehmen als Leitplanke, freut sich Sabina Döbeli, Co-Geschäftsleiterin der ÖBU Vereinigung für umweltbewusste Unternehmensführung.

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Zur Unterstützung der Anstrengungen in Grossbetrieben und vor allem in KMU hat die ÖBU gemeinsam mit BSD Consulting, einem Beratungsunternehmen für Nachhaltigkeitsmanagement, ein Handbuch zum Nachhaltigkeitsreporting geschaffen. Das schmale Büchlein fasst die wesentlichen Schritte für Management und Unternehmen zusammen.

Basis der meist alle zwei Jahre erstellten Berichte bildet die Entwicklung bei den wesentlichen, möglichst präzise erfassten Grössen. «Nur was gemessen wird, lässt sich auch managen», sagt dazu Simon Heller, verantwortlich für das weltweite Umweltmanagement und den Nachhaltigkeitsbericht der UBS. Das vierköpfige Team beschäftig sich mit den Aspekten von Energieverbrauch bis Menschenrechte. Das Messen bedeutet Aufwand, aber es bringt auch Nutzen. Entscheidend ist das richtige Vorgehen (vgl. Kasten). Ein guter Nachhaltigkeitsbericht ist ein Leistungsausweis, der nach aussen wie nach innen positive Wirkungen zeitigt. «Zunehmend stützen die Finanzanalysten ihre Bewertung von Unternehmen auf deren Anstrengungen zu nachhaltigem Wirtschaften ab», nennt Elvira Bieri, Direktorin in der SGS, einen in Zeiten knapper Kredite weiteren wichtigen Grund. Aber der Massstab müsse stimmen. «Und GRI wird zum Standard.» Dies stelle sicher, dass der Bericht vollständig, korrekt und zuverlässig werde.

Hilfreiche externe Prüfung

GRI umfasst das Profil (Strategie und Analyse des Unternehmens, Organisationsstruktur, Bereichsparameter, Governance), den Managementansatz (neun ökonomische und 30 ökologische Indikatoren) und Leistungsindikatoren (14 zu Arbeitspraktiken und menschenwürdiger Beschäftigung, neun zu Menschenrechten, acht zu Sozialem und Geschäftlichem, neun zur Produkteverantwortung).

Das tönt nach viel, soll aber die Verantwortlichen in KMU nicht abschrecken. Wer keine Firma in China besitzt, muss auch nichts zu Kinderarbeit oder Arbeitsbedingungen sagen. Ein Hinweis auf Schweizer Gesetze begründet genügend, warum zum Beispiel dieser Indikator nicht ausgewiesen wird.

Wird die Erfüllung der Managementprozesse und der Berichterstattung extern geprüft, steigt für Elvira Bieri von der SGS - die solche Prüfungen anbietet - der Wert des Berichtes.

Aber es geht auch ohne, wie Knecht+Müller, Herstellerin von Brillengläsern in Stein am Rhein, belegt: Das KMU erhielt 2007 von der ÖBU den Preis für den besten Nachhaltigkeitsbericht eines KMU. Ganz ohne externe Validierung. Massstab waren aber auch da die GRI-Richtlinien.