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Plastik
EU will Plastikabfälle noch mehr eindämmen

Ein Berg von Plastikflaschen: Die EU will, dass alle Plastikverpackungen bis 2030 wiederverwertbar werden.

Laut EU sollen sämtliche Plastikverpackungen in der EU sollen bis 2030 wiederverwertbar werden. Dabei wäre eine Plastiksteuer aber schwierig durchsetzbar.

Veröffentlicht am 16.01.2018

Sämtliche Plastikverpackungen in der EU sollen bis 2030 wiederverwertbar werden. Dies ist Teil einer Strategie der EU-Kommission, um Plastikabfälle zu verringern, das Recycling voranzubringen und Menschen, Meere und Umwelt besser zu schützen.

«Wir müssen verhindern, dass Plastik in unser Wasser, unser Essen und sogar unsere Körper kommt», erklärte EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans am Dienstag in Strassburg.

Europaweit fallen nach Angaben der EU-Kommission jährlich rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. Nur knapp 30 Prozent davon werden zur Wiederverwertung gesammelt, die übrigen 70 Prozent landen auf Müllkippen, in Verbrennungsanlagen oder in der Umwelt, vor allem in den Meeren.

So würden jede Sekunde 700'000 Kilogramm Plastik in den Meeren verschwinden, sagte Timmermans weiter. Wenn sich diese Politik nicht ändere, «wird es 2050 mehr Plastik als Fische, die im Meer schwimmen, geben».

Mehrkosten durch Plastikgebrauch

Timmermans verwies zudem auf die Kosten, die durch Plastikabfall entstehen. Derzeit gingen durch Plastikverpackungen 70 bis 105 Milliarden Euro wirtschaftlich jährlich verloren. Deshalb sei es notwendig, die Verpackungsgesetzgebung auf den Kopf zu stellen.

Die EU-Kommission will daher mit einem Massnahmenbündel gegensteuern. So sollen neue Regeln entwickelt werden, um Plastik leichter wiederverwertbar zu machen. EU-weit sollen Kunststoffabfälle möglichst sortenrein gesammelt werden.

Zudem will die Brüsseler Behörde noch 2018 neue Regeln zur Vermeidung von Einmalgegenständen aus Plastik vorschlagen, zum Beispiel Strohhalme, Einwegbesteck oder Deckel für Kaffeebecher. Die Beimengung von Plastikpartikeln in Kosmetika und Waschmitteln soll unterbunden werden.

Skepsis gegenüber Plastiksteuer

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Jyrki Katainen, will auch steuerliche Anreize für ein besseres Plastikrecycling einführen. Derzeit würden 26 Millionen Tonnen Plastikabfall jährlich in der EU produziert. Der Grossteil davon werde ausgeführt. Vor allem in asiatische Länder und «das ist nicht sinnvoll».

Hingegen zeigte er sich skeptisch gegenüber einer EU-weiten Plastiksteuer, wie sie vor kurzem EU-Budgetkommissar Günther Oettinger ins Spiel gebracht hatte. Diese soll nach Ansicht Oettingers helfen, die nach dem Austritt Grossbritanniens aus der EU entstehende Lücke im EU-Haushalt zu stopfen.

Auch Timmermans warnte: «Steuern könnten ein geeignetes Instrument sein.» Eine europaweite Plastiksteuer sei jedoch nicht so einfach durchzusetzen. In der Schweiz jedenfalls ist eine solche Plastiksteuer laut Bundesamt für Umwelt (BAFU) derzeit kein Thema.

(sda/tdr)

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