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Politiker wollen Blatter das Verdienstkreuz nehmen

Josef Blatter: Der Bundespräsident soll prüfen, ob der Fifa-Präsident des Ordens würdig ist. (Bild: Keystone)

Der Druck auf Josef Blatter steigt. Deutsche Politiker fordern nun, dem Fifa-Boss im Zuge der Schmiergeld-Affäre das Bundesverdienstkreuz abzuerkennen.

Veröffentlicht am 17.07.2012

Auch in der deutschen Politik wächst die Kritik an Josef Blatter, Chef des Weltfussballverbandes. «Sepp Blatter steht für endemische Korruption bei der Fifa», sagte der Grünen-Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer «Welt Online». «Deshalb sollte ihm das Bundesverdienstkreuz wieder entzogen werden.»

Die Grüne Viola von Cramon, Mitglied im Sportausschuss des Bundestags, bittet Bundespräsident Joachim Gauck «um eingehende Prüfung». Schon seit Jahren stehe Blatter im Verdacht, korrupte Geschäfte betrieben und Straftaten zugelassen zu haben. «Mit der nun zugegebenen Mitwisserschaft in der ISL-Affäre wird dies endlich belegt. Das darf nicht ohne Konsequenzen bleiben», sagte Cramon.

«Wenn es dabei bleibt, dass Herr Blatter keine echte Aufklärung der Schmiergeldaffäre will, sollten wir über eine Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes nachdenken», sagte auch SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann «Welt Online».

Bundespräsident gefordert

Das Bundesverdienstkreuz ist die höchste deutsche Auszeichung für Verdienste um das Gemeinwohl. Blatter hatte es 2006 für seine besonderen Leistungen bei der Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaft an Deutschland erhalten. 

Die Entziehung ist im «Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen» ausdrücklich vorgesehen. «Erweist sich ein Beliehener durch sein Verhalten … der verliehenen Auszeichnung unwürdig oder wird ein solches Verhalten nachträglich bekannt, so kann ihm der Verleihungsberechtigte den Titel oder die Auszeichnung entziehen», heisst es dort. Der Verleihungsberechtigte ist der Bundespräsident, erläutert «Welt Online».

«Entziehung der Auszeichnung zwingend geboten»

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach geht davon aus, «dass die Berichterstattung über die Korruptionsvorwürfe bei der Fifa nicht nur in sportbegeisterten Kreisen, sondern auch im Bundespräsidialamt gelesen» werde. Stephan Mayer von der CSU forderte, das Bundesinnenministerium müsse «Blatter deutlich zu verstehen geben, dass Regierung und Öffentlichkeit erwarten, dass nun etwas passiert».

Wolfgang Neskovic, Politiker der Linke-Partei und ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof, sagte, er halte «eine Entziehung der Auszeichnung für zwingend geboten».

(tno)

 
 
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