Das Stellenangebot in der Schweizer Finanzbranche wächst wieder. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres sei es zu einem deutlichen Anstieg der offenen Stellen gekommen, heisst es in der neuesten Mitteilung zum Finews-JobDirectory-Index. Ende März hatten die Schweizer Banken 1'153 Jobs ausgeschrieben, entsprechend einem Plus von 14 Prozent gegenüber Ende 2012 und einem Plus von wenigen Stellen gegenüber dem Vorjahr.

Auch die Versicherungen und übrigen Finanzfirmen bieten wieder mehr Stellen an und auch hier sind es je rund 1'100 offene Positionen. Eine derart ausgeglichene Verteilung zwischen den drei Sektoren hat es gemäss der Mitteilung noch nie gegeben.

Der befürchtete radikale Stellenabbau in der Finanzbranche sei also ausgeblieben. Offenbar seien viele Unternehmen zur Erkenntnis gelangt, dass weitere Kürzungen des Personalbestands und eine Fortsetzung der Einstellungsstopps negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Unternehmens hätten.

UBS und Credit Suisse auf Vorjahresniveau

Insgesamt seien auf den Webseiten von 1'400 Schweizer Banken, Versicherungen und anderen Finanzfirmen aktuell 3'387 Stellen online ausgeschrieben. Dies liegt 1,3 Prozent unter dem Vorjahresstand aber gut 10 Prozent über dem Stand von Ende 2012.

Die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse befinden sich mit ihrem Stellenangebot per Ende März 2013 auf dem Vorjahresniveau. Doch auch in diesem Fall sei seit Januar eine markant gestiegene Nachfrage zu beobachten. Bei der UBS nahm die Zahl der offenen Positionen seit Jahresbeginn um gut 10 Prozent auf 266 Jobs zu. Erstmals seit zwölf Monaten hat die Credit Suisse mehr offene Arbeitsstellen als ihre direkte Konkurrentin. Seit Anfang 2013 stieg das Angebot bei der CS um knapp 33 Prozent auf 289 offene Stellen.

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Informatik ins Ausland verlagert

Auffallend sei, dass es bei den Grossbanken kaum offene Stellen in der Informatik gebe. Hier werde zunehmend ins Ausland verlagert oder es würden externe Berater mit befristeten Verträgen engagiert. Kaderstellenvermittler, die bisher auf Informatiker spezialisiert gewesen seien, würden auf die Pharmabranche umsatteln.

Bei den «übrigen Banken» ohne die UBS und die CS würden vor allem die Kantonalbanken weiter auf der Bremse stehen. Die Zürcher Kantonalbank sei beispielsweise mit lediglich noch 15 offenen Stellen am Jobmarkt kaum mehr präsent. Dagegen haben die Auslandbanken deutlich zugelegt und bieten mit 152 ausgeschriebenen Stellen erstmals am meisten Jobs aller «übrigen Banken» an.

In der Assekuranz bilden gemäss Finews die Zurich Insurance, AXA Winterthur, Swiss Re sowie die Bâloise die «Big Four». Diese vier Versicherungsgesellschaften hätten derzeit je zwischen 70 und 80 offene Stellen in der Schweiz.

(vst/aho/awp)