Roger de Weck soll das Amt des Generaldirektors der SRG im Herbst 2017 abgeben, das schreibt die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf mehrere Quellen. Demzufolge hat der Verwaltungsrat der  SRG in den vergangenen Monaten in Zusammenarbeit mit dem designierten Präsidenten Jean-Michel Cina die Stabsübergabe an der Spitze der SRG vorbereitet.

Auf de Weck folge sein Stellvertreter Gilles Marchand, der Direktor des Westschweizer Radios und Fernsehens, schreibt die «NZZ am Sonntag» weiter. Marchand komme auf dem Berufungsweg ins neue Amt; die Stelle des Generaldirektors werde anders als bei früheren Ernennungen nicht ausgeschrieben. Erforderlich sei noch die Zustimmung der SRG-Delegierten, sie gelte aber als Formalie.

Angst vor No-Billag-Initiative

Laut der Zeitung hätten die Verwaltungsräte der SRG dieses Vorgehen gewählt, weil sie sich in Zeiten, in denen der öffentliche Rundfunk scharfer Kritik ausgesetzt ist, eine möglichst reibungslose Amtsübergabe wünschten. Das Stimmvolk entscheidet in zwei bis drei Jahren über die No-Billag-Initiative, die eine Aufhebung der Empfangsgebühren verlangt. 

Gilles Marchand hat als Chef des Westschweizer Fernsehens einen guten Ruf: Er gilt als kommunikationsstarke Führungspersönlichkeit. Seine Schwäche ist, dass er für die neue Funktion zu wenig gut Deutsch spricht. Die SRG will laut «NZZ am Sonntag» die Stabübergabe gegen Ende Jahr bekanntgeben, aber erst im Herbst 2017 umsetzen. So bekommt Marchand Zeit, um sein Deutsch aufzubessern.

In der Romandie kaum umstritten

Die Aufgabe, Deutschschweizer Politiker von der Bedeutung des Service public zu überzeugen, werde jedoch zu einem guten Teil vom Oberwalliser Jean-Michel Cina übernommen, schreibt die «NZZ am Sonntag». Cina ist zurzeit noch Regierungsrat seines Kantons und wird im Mai 2017 Präsident der SRG.

Die Radio- und Fernsehgesellschaft ist in der Romandie viel weniger umstritten als in der Deutschschweiz. Roger de Weck beantwortete die Fragen der «NZZ am Sonntag» zu seiner beruflichen Zukunft nicht. SRG-Präsident Viktor Baumeler nahm ausweichend Stellung zu Erkundigungen nach dem Rücktritt de Wecks.

(gku)

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