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Sawiris hat sich mit der Schweizer Demokratie angefreundet

Samih Sawiris fühlt sein Projekt getragen. (Bild: Keystone)

Samih Sawiris hat sich an die Demokratie in der Schweiz gewöhnt. Darüber hinaus sieht sich der ägyptische Tourismusinvestor bei seinen Projekten im Fahrplan.

Veröffentlicht am 30.09.2012

Der ägyptische Tourismusinvestor Samih Sawiris hat sich mit der Demokratie schweizerischer Prägung angefreundet. Für sein Milliardenprojekt, das Alpenresort in Andermatt UR, kann er sich nach seiner Aussage auf die Unterstützung der Einheimischen verlassen.

Er habe im Kanton Uri viele Menschen getroffen, die über die Landesgrenzen hinaus dachten, sagte Sawiris im Interview mit der Zeitung «Der Sonntag». «Und viele Andermatter waren auch schon in Ägypten», fügte er an. Nach eigenen Angaben ist er etwa einmal im Monat in Andermatt und er bemüht sich, deutsch zu sprechen.

Mit dem Wesen der Schweizer Politik habe er sich auseinandersetzen müssen: «Ich habe erst spät begriffen, wie die Demokratie hier läuft. Gewinnst du in der Schweiz 51 Prozent, nützt dir das nichts.» Eine Minderheit könne dann immer noch vieles verhindern, was Sawiris nicht in Ordnung findet: «Wenn die Mehrheit etwas will, sollte es umgesetzt werden.»

Sawiris schätzt Klarheit

Für ihn und sein Projekt gilt die von einer Mehrheit der Schweizer beschlossene Zweitwohnungsinitiative nicht. Nach der Abstimmung im März seien bei Sawiris' derzeit ohnehin mit roten Zahlen zu kämpfenden Gesellschaft Orascom die Verkäufe eingebrochen, Reservationen wurden rückgängig gemacht. Grund war die Unsicherheit, wie sich der Entscheid auswirken könnte.

«Jetzt haben wir Klarheit: Wir können Andermatt zu Ende bauen», sagte der Bauherr, der bisher 300 Millionen Franken in das Projekt investiert hat. Die Zweitwohnungsinitiative findet er wegen der Natur gut. Er baue in Andermatt auch CO2-neutral: «Das lohnt sich zwar für uns finanziell nicht, aber dafür bekommen wir Applaus.»

Die Zweitwohnungsinitiative sei für ihn die erste Überraschung in fünf Jahren in der Schweiz gewesen, sagte Sawiris. «Aber das geht ja noch: In Kairo gibt es jeden Tag mindestens vier Überraschungen», sagte er mit Blick auf die Gepflogenheiten in seinem Heimatland Ägypten.

(muv/sda/awp)

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