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Arbeitsplatz
Schaffen im Patchwork-Stil

Jeder Giroflex-Bürostuhl ist ein Bekenntnis zum Werkplatz Schweiz. Bild: Hersteller

Wer sich für jede Aufgabe die richtige Umgebung und Kadenz aussuchen kann, ist motivierter und produktiver. Fast jeder zweite Beschäftigte wünscht sich für sein Wohlbefinden Veränderung.

Von Katrin Bachofen
am 10.09.2014

Für die Studie «Wohlbefinden am Arbeitsplatz» des amerikanischen Büroeinrichtungsherstellers Steelcase wurden 7300 Mitarbeiter von Unternehmen und Organisationen mit mehr als 100 Angestellten in zehn Ländern befragt. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen deutlich, dass das physische und psychische Wohlbefinden der Mitarbeiter am Arbeitsplatz eng mit deren Arbeitsumgebung verknüpft ist. Diese ist aber oft nicht ideal gestaltet, um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern.

Rund 41 Prozent aller Befragten geben an, dass sie mit ihrer Arbeitsumgebung unzufrieden sind. Gründe dafür waren unter anderem ein hoher Geräuschpegel im Grossraumbüro sowie fehlende Bereiche für konzentriertes Arbeiten. Was erstaunt: Entgegen aller Prognosen und Trends der letzten Jahre arbeiten 79 Prozent aller Befragten nach wie vor an festen Arbeitsplätzen und nur 36 Prozent haben die Möglichkeit, mobile Geräte einzusetzen. Deutlich wird auch, dass mehr Freiheiten, die eigene Arbeitsumgebung zu wählen, zu gestalten und zu kontrollieren, das Wohlbefinden der Mitarbeiter signifikant erhöhen.

Wer seine Arbeitsumgebung positiv bewertet und sich dort wohl fühlt, arbeitet besser. Dieses Wohlbefinden zu fördern, müsste für Unternehmen folglich im geschäftlichen Interesse liegen. «Unternehmen haben bereits auf den Wandel der Arbeitswelt in den letzten Jahren reagiert und sich und ihre Arbeitsumgebungen entsprechend angepasst: Es gibt Open Space und Desk-Sharing statt Einzelbüros, flexible Arbeitsmodelle und ergonomische Möbel», so Beatriz Arantes vom unternehmenseigenen Forschungszentrum Steelcase WorkSpace Futures.

«Unsere Studie zeigt, dass es jetzt Zeit für den nächsten Schritt ist. Patchwork-Arbeiten ist gefragt: Wer sich für jede Aufgabe die richtige Arbeitsumgebung und den richtigen Arbeitsstil aussuchen kann, ist zufriedener, motivierter und produktiver.» Patchwork-Arbeiten fordert Unternehmen, denn es setzt ein Ökosystem aus miteinander verknüpften Bereichen voraus, die verschiedene Arbeitsweisen unterstützen und aus denen der Nutzer frei wählen kann. Es bedingt eine Auswahl an Arbeitsplatzlösungen, die Mitarbeiter dazu animieren, zu sitzen, zu stehen und sich zu bewegen, und die durch verschiedene Technologien unterstützt werden. Und es erfordert die Unterstützung verschiedener physischer oder virtueller Präsenzformen an Arbeitsplätzen wie etwa Videokonferenzsysteme, welche die Interaktion mit anderen Menschen fördern. Doch der Aufwand dürfte sich lohnen. Denn motivierte Mitarbeiter sind nicht nur ein wichtiger Faktor für die Innovationskraft eines Unternehmens, sondern auch einer, den es selber beeinflussen kann.

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