1. Home
  2. Management
  3. Schaufenster der Bildungs- Spitzenklasse

SwissSkills 2014
Schaufenster der Bildungs- Spitzenklasse

Bei Edubook in Merenschwand AG sind über 25 Fachspezialisten tätig.Bild: Peter Frommenwiler

Der Schweizerische Dachverbandfür Weiterbildung SVEB macht die ersten nationalenBerufsmeisterschaften in Bern zu seiner Bühne.

Von Norman C. Bandi
am 27.08.2014

Zum ersten Mal messen sichdie besten jungen Schweizer Berufsleute gleichzeitig am selben Ort: Vom 17. bis 21. September 2014 treffen sichin der BernExpo die besten Talente aus Handwerk, Industrie und Dienstleistung zu einem Megaevent mit spitzensport­licher­ Note, denn in rund 70 Berufen werden die Schweizermeister ausgemacht. Zu den SwissSkills 2014 werden nicht weniger als 1000 Wettkämpfer sowie rund 200 000 Besucher aus allen Regionen des Landes erwartet. Früher wurden Berufsmeisterschaften dezentral sowie unkoordiniert durchgeführt.

Budget von 15 Millionen Franken

Am Mittwoch, 17. September 2014, starten die SwissSkills in der Postfinance Arena mit einer grossen Eröffnungsshow, die Berufe und ihre Talente würdigt und vorstellt. Vier Tage dauern danach die ­eigentlichen Wettbewerbe auf dem Bern­Expo-Gelände, die für alle Ticketinhaber zugänglich sind. Dabei stehen die Fertigkeiten und Kenntnisse im Vordergrund, neudeutsch Skills genannt. Parallel dazu lässt sich in den Messehallen ein Rahmenprogramm mit Leistungspräsentationen und Informationsständen der verschiedenen Verbände und Aussteller entdecken. Mit der Schlussfeier und der Medaillenübergabe am Sonntag, 21. September 2014, in der Postfinance Arena werden die Gewinner geehrt und ausgezeichnet.

Die SwissSkills werden vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gefördert, mit Unterstützung der kantonalen Bildungsbehörden. Finanziell werden sie von Bund und Kanton Bern (Lotteriefonds) sowie von der Wirtschaft getragen; beispielsweise vom Förderfonds der Migros, den Presenting-Partnern Mobiliar und UBS, den Gold-Partnern Coop und Visana, Silber-Partnern wie Nestlé und Swisscom oder Bronze-Partnern wie ABB, Bucher, Implenia, Ruag, Swiss, USM und Victorinox. Das Budget beträgt 15 Millionen Franken.

Das Patronat des ersten nationalen Kräftemessens dieser Art hat Bundesrat Johann Schneider-Ammann übernommen: «Dank dem dualen Berufsbildungssystem verfügt die Schweiz über hervor­ragend ausgebildete Fachkräfte. Diese ­Berufsmeisterschaften sind der handfeste Beweis dafür», sagt der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF).

Dank der Kombination von Berufs­lehre und Schule, von Praxis und Theorie, habe die Schweiz eine der niedrigsten ­Jugendarbeitslosenquoten der Welt. Die SwissSkills sind laut ihren Organisatoren global der grösste Leistungsnachweis zum ­dualen Berufsbildungssystem, das international Spitzenklasse ist. Deshalb seien die Meisterschaften ein einmaliges Schaufenster für die Berufsbildung und für die Berufswahl für Jugendliche, Eltern, Schulklassen sowie die Öffentlichkeit. Zumal 2014 auch noch das Jahr der Berufsbildung ist – primär wegen des zehnjährigen Jubiläums des Berufsbildungsgesetzes.

Die SwissSkills werden zudem im Herzen der Stadt Bern präsent sein, mit einem 2200 Kubikmeter grossen und 13 Meter langen Kubus auf dem Bundesplatz. Im Innern wird über die Stiftung SwissSkills informiert und es sind Live-Übertragungen von den ersten nationalen Berufsmeisterschaften geplant. Der Kubus ist eine Leihgabe der Burgergemeinde Bern. Und unter dem Motto «Ihre Skulptur ist Ihre Botschaft» erhielten Organisationen der Arbeitswelt (OdA) und Berufsfachschulen die Möglichkeit, ihren Beruf in Form einer Skulptur zu präsentieren. Sieben Arbeiten sind eingegangen und werden ab dem 4. September 2014 auf dem Waisenhausplatz in Bern ausgestellt.

Sonderschau «Kleinstberufe»

An den SwissSkills selbst gibt es zwei Sonderschauen, die aufgrund des geballten Hauptprogramms auf dem BernExpo-Gelände und all der Side Events in der Innenstadt zur Nebensache zu verkommen drohen. Zum einen ist da die Sonderschau «Kleinstberufe». Das sind vielseitige, innovative sowie attraktive Handwerksberufe mit weniger als 80 Lernenden über alle Lehrjahre. Sie vermitteln und bewahren ein grosses Fachwissen, das für den Werkplatz Schweiz und somit für die kulturelle Vielfalt wertvoll ist. Meist verfügen die Kleinstberufe jedoch über zu wenige Lernende, um selbst Berufswettbewerbe durchzuführen; etwa Holz­bildhauer, Korb- und Flechtwerkgestalter, Geigenbauer, Goldschmied, Graveur, Holzbearbeiter, Hufschmied, Musikins­trumentenbauer oder Seilbahner.

Die entsprechenden Berufsverbände, der Gewerbeverband (sgv), das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) und das Freilichtmuseum Ballenberg wollen diese Kleinstberufe stärken und ihre Aus- und Weiterbildungs­möglichkeiten bekannter machen.

Sonderschau «Weiterbildung»

Zum andern ist da die Sonderschau «Höhere Berufsbildung und Weiterbildung­ macht Profis zu Experten», die vom Schweizerischen Dachverband für Weiterbildung SVEB koordiniert wird. Denn: Mit einem Lehrabschluss haben junge Menschen den Grundstein für ihre berufliche Zukunft gelegt. Nach dem Prinzip «Kein Abschluss ohne Anschluss» zeigt die Ausstellung Perspektiven für die Karriere auf. Die Sonderschau wird als Stadt aufgebaut. Verteilt auf neun Quartiere schlendern die Besucher durch die einzelnen Berufs­felder. Sechs fiktive Bildungsbiografien stellen mögliche Aufstiegswege dar.

Rund 40 Branchenverbände und Bildungsinstitutionen präsentieren an der 1500 Quadratmeter grossen Ausstellung ihre Angebote. Ebenfalls mit einem Auftritt präsent sind die Trägerorganisationen Konferenz der Berufs- und Höheren Fachprüfungen (Dualstark), die Konferenz Höhere Fachschulen (K-HF) und die Interkantonale Konferenz für Weiterbildung (IKW). In all dies integriert ist ein «Speakers Corner», in dem Anbieter beispielsweise Vorträge, Workshops oder Diskus­sionsrunden durchführen. Unter anderem wird Rudolf Strahm, SVEB-Präsident und ehemaliger Preisüberwacher, zu seinem neuen Buch «Die Akademisierungsfalle» Kurzinterviews mit Signierstunde geben (siehe Seite 77). Auf dem Marktplatz finden musikalische, sportliche und spielerische Aktivitäten statt. Darüber hinaus liefert der Bildungsturm einen Überblick von oben und ist zugleich Eventlocation.

Die Sonderschau «Höhere Berufsbildung und Weiterbildung macht Profis zu Experten» wird am Donnerstag, 18. September 2014, um 10 Uhr eröffnet – gleichzeitig mit dem vom SVEB organisierten elften nationalen Lernfestival (siehe Seite 57) und der siebten Verleihung des «Prix alice». Mit den bis zu 3000 Franken dotierten Awards zeichnet der SVEB Erwachsene aus, die sich trotz Hürden und Schwierigkeiten weitergebildet haben und deren Bildungsbiografien andere Menschen zum Lernen motivieren können. Mehr dazu unter www.alice.ch/sonderschau.

FH-Forum: Premiere mit Knackeboul an SwissSkills

Event
FH Schweiz, der einzige nationale Dachverband der Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen (FH), setzt sich für die Berufsbildung ein und nutzt den Rahmen der ersten SwissSkills, um das erste FH-Forumam Freitag, 19. September 2014, im ­Bildungsturm der Sonderschau «Höhere Berufsbildung und Weiterbildung» abzuhalten. Diese neue Veranstaltung von FH Schweiz nimmt aktuelle Themen aus dem Umfeld seiner mehr als 46 000 Mitglieder in den Fokus. Das FH-Forum informiert und will allen interessierten Kreisen Aufklärung bieten.

Talks
Vier Themen stehen bei denDiskussionsrunden im Brennpunkt:

  • Qualifikationen vergleichen – wie geht das?, unter anderem mit Josef Widmer, stellvertretender Direktordes Staatssekretariats für Bildung,Forschung und Innovation (SBFI).
  • Gesundheit und Soziales im Wandel.
  • Erfolgreicher Unternehmer werden?
  • Innovation als Antrieb zum Erfolg.

Zudem rappt Knackeboul «FH». Unterstützt wird der Beatboxer und Moderator von Nationalrat Christian Wasserfallen, Präsident von FH Schweiz. Mehr dazu unter www.fhschweiz.ch/fhforum.

Anzeige