Der 64-jährige Ackermann soll nach der Generalversammlung am 29. März an die Spitze des Kontrollgremiums gewählt werden. Bis zu seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank Ende Mai wird Vize Tom de Swaan die Geschäfte des Verwaltungsrats leiten.

Überraschend kommt der Entscheid nicht. Bereits zuvor war Ackermann, bereits jetzt Vizepräsident des Verwaltungsrats, als möglicher Nachfolger von Manfred Gentz in Betracht gezogen worden.

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Ackermann, geboren 1948 in Mels im Kanton St. Gallen, war in den 1990er-Jahren Konzernchef bei der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA), der heutigen Credit Suisse. Im Zusammenhang mit der Reorganisation der CS Holding, welche den Abbau von rund 5000 Stellen und die Aufhebung des Namens SKA zur Folge hatte, ist er zurückgetreten.

1996 wechselte er dann zur Deutschen Bank und stieg binnen kürzester Zeit zum obersten Investmentbanker auf. Als erster Ausländer rückte er auf den Chefsessel. Einen Wohnsitz in Zürich hat er zwar immer behalten, dennoch dürfte er nach dem Abgang bei der Deutschen Bank wieder vermehrt in der Schweiz anzutreffen sein.

In der Öffentlichkeit eckte Ackermann oft an, doch viele in der Bank hatten gehofft, der Manager werde dem grössten deutschen Geldhaus noch länger erhalten bleiben - möglicherweise auch als Aufsichtsratschef. Doch im Mai ist nun endgültig Schluss und Ackermann wechselt auf den weniger im Fokus der Medien stehenden Posten bei Zurich.

Ein Amtskollege Ackermanns in der Finanzmetropole Zürich wird der frühere deutsche Bundesbank-Chef Axel Weber sein: Der 54-Jährige soll im Mai an die Spitze des Verwaltungsrats der Grossbank UBS rücken. Ackermann hatte Weber angeblich auch als seinen Nachfolger bei der Deutschen Bank im Auge, dieser zog jedoch den Wechsel von Frankfurt nach Zürich vor.

Der Zurich-Konzern will sich noch stärker auf Versicherungen fokussieren und plant daher auch eine Umbenennung in Zurich Insurance Group. Im vergangenen Jahr erzielte die Gruppe einen Gewinn von 3,766 Milliarden Dollar.

(laf/sda)