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Bankrat berät über Hildebrand-Nachfolge

Mitglied der Ernennungskommission: Bankrat-Präsident Hansueli Raggenbass (Bild: Keystone)

Das ging schnell: Bereits am Tag nach dem Rücktritt von Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand trifft sich der Bankrat, um die Nachfolge in die Wege zu leiten.

Veröffentlicht am 10.01.2012

Schon heute berät der Bankrat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) über die Nachfolge von Philipp Hildebrand. Dies sagte Nationalbank-Sprecher Walter Meier.

Mit der Suche nach einem Kandidaten befasst sich die dreiköpfige Ernennungskommission. Dieser gehören laut Meier Bankrat-Präsident Hansueli Raggenbass, der Genfer Volkswirtschaftsprofessor Cédric Tille und der Neuenburger Staatsrat Jean Studer an. Der elfköpfige Bankrat macht dann dem Bundesrat einen Vorschlag.

Dieser wählt die Mitglieder des SNB-Direktoriums, kann dabei aber die Vorschläge des Bankrats nur annehmen oder ablehnen. Frei ist der Bundesrat dagegen, welches der Mitglieder er zum Präsidenten und welches er zum Vizepräsidenten ernennt.

Somit könnten Interimspräsident Thomas Jordan, Direktor Jean-Pierre Danthine oder auch der Nachfolger von Hildebrand im Direktorium neuer Präsident werden.

Nimmt ein Quereinsteiger Einsitz?

Gemäss Nationalbankgesetz muss es sich bei den Mitgliedern des Direktoriums und ihren Stellvertretern um «Persönlichkeiten mit einwandfreiem Ruf und mit ausgewiesenen Kenntnissen in Währungs-, Bank- und Finanzfragen» handeln. Sie müssen zudem das Schweizer Bürgerrecht haben und in der Schweiz wohnhaft sein.

Erfüllt sind diese Voraussetzungen bei den derzeitigen stellvertretenden Mitgliedern des Direktoriums Thomas Moser, Thomas Wiedmer und Dewet Moser. Im Gespräch als neue SNB-Direktoren sind auch die in Deutschland lehrende Ökonomieprofessorin Beatrice Weder di Mauro oder Aymo Brunetti und Serge Gaillard, die beide beim Staatssekretariat für Wirtschaft tätig sind.

Nur bis 2015 gewählt

Nicht ausgeschlossen ist auch, dass ein Quereinsteiger aus der Finanzindustrie wie Hildebrand im Direktorium Einsitz nimmt. Da es sich um eine Ersatzwahl handelt, wird das neue Mitglied im Direktorium nicht für eine ganze sechsjährige Amtszeit gewählt, sondern nur für den Rest der Ende Juni 2015 auslaufenden Periode.

Ob vom Bankrat bereits heute weitere Informationen zu erwarten sind, ist laut Meier ungewiss. Medienberichte, wonach das Gremium Hildebrand zum Rücktritt gedrängt haben soll, wollte der SNB-Sprecher nicht kommentieren.

(tno/chb/sda)

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