Nach mehr als vier Jahren an der Spitze der Glarner Kantonalbank (GLKB) tritt David Becher ab. Der 55-Jährige gibt im Sommer die Leitung des Finanzinstituts ab.

Der Rücktritt erfolge aus persönlichen Gründen, wie es in einer Mitteilung der Glarner Staatsbank heisst. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte Becher, er habe noch keine konkreten Pläne für die Zukunft. Zunächst wolle er sich erholen und auf Reisen gehen.

David Becher hatte die Leitung der GLKB 2008 übernommen, als die Bank wegen einer verfehlten Expansionsstrategie in Schieflage geraten war. Das Unternehmen hatte Wachstum um jeden Preis angepeilt und war über ausserhalb des Kantons vergebene faule Kreditgeschäfte gestrauchelt. 2008 verbuchte die Bank 56,8 Millionen Franken Verlust.

Die Bereinigung der Altlasten sei gelungen, zog David Brecher über seine Zeit als Geschäftsführer Bilanz. Heute schreibt die Bank wieder schwarze Zahlen. Im vergangenen Jahr erzielte sie 11 Millionen Franken Reingewinn, was einem Plus von 22,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Zufrieden mit Kundengeld-Zufluss

Wichtigster Ertragspfeiler ist nach wie vor das Zinsengeschäft, dessen Erfolg um 8,7 Prozent auf 35,9 Millionen Franken anstieg. Schlechter lief das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das 9,1 Millionen Franken und damit 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr einbrachte. Der Erfolg des Handelsgeschäfts legte um über ein Drittel auf 3,1 Millionen Franken zu. Der Bruttogewinn stieg um 16 Prozent auf 15,1 Millionen Franken.

Er sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis, sagte Becher. Besonders erfreut zeigte er sich über den Zufluss von Kundengeldern, der sich auf 276 Millionen Franken belief. Das zeige, dass die GLKB wieder Vertrauen gewonnen habe.

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2013 erwartet die Bank ein anspruchsvolles Jahr, wie es in der Mitteilung hiess. Ein Anstieg des tiefen Zinsniveaus sei weiterhin unwahrscheinlich, weshalb der Hypothekarmarkt kaum an Dynamik verlieren dürfte. Die GLKB will aber an der «konservativen Risikopolitik der letzten vier Jahre» festhalten.

(tno/sda)