Die Beförderung von Michael Corbat zum neuen CEO kommt für viele Experten nicht wirklich überraschend. Er wurde schon zuvor als Kandidat für die Nachfolge von Vikram Pandit bei der Citigroup gehandelt. Mit ihm tritt ein erfahrener Banker aus den eigenen Reihen an die Spitze.

Corbat dürfte die Bank so gut kennen wie kaum ein anderer: Seit 1983 ist der 52-Jährige bereits bei der Citigroup. Während seiner Karriere hat er dabei in fast allen Kernbereichen gearbeitet. So leitete er neben dem Vermögensmanagement auch das Firmenkundengeschäft und das Kreditgeschäft in den Schwellenländern.

Ausschlaggebend für seine Ernennung dürfte aber vor allem seine Restrukturierungserfahrung gewesen sein, wie das «Wall Street Journal Deutschland» schreibt. So hat er bei der Leitung der Citi Holdings, der so genannten Bad Bank des Instituts, «jede Menge Erfahrung bei der Verschlankung von Bankbilanzen, dem Abbau von Risiken und dem Verkauf von Vermögenswerten und Beteiligungen gesammelt».

Verlässlichkeit und Kontinuität

Ursprünglich stammt Corbat aus dem US-Bundesstaat Connecticut. Nach seinem Wirtschaftsabschluss an der renommierten Harvard University in Boston und einem Zwischenstopp beim Finanzhaus Salomon Brothers hat der ehemalige Uni-Football-Star seine gesamte Karriere bei der Citigroup verbracht.

Dort hat er Erfahrungen im Privatkundengeschäft und im Investmentbanking gesammelt. Diese Zeit habe ihn zu einem «wahren Glaubenden an das Unternehmen» gemacht», schreibt laut «Financial Times Deutschland» er selbst in seiner ersten Mitteilung als Firmenchef an seine Mitarbeiter.

Nach ersten Gehversuchen als Anleiheverkäufer in Atlanta arbeitete er sich über eine Managerposition im Derivategeschäft bis hin zum Leiter der hauseigenen Bad Bank Citi Holdings empor - bevor es anschliessend nach London ging. Hier hat er an der Abwicklung des immensen Portfolios an faulen Hypothekenpapieren sowie Unternehmenssparten gearbeitet, die nicht zum Kerngeschäft der Bank gehörten.

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Corbat gilt als umsichtiger, ehrgeiziger Manager, der Sachen anpackt und von seinen Kollegen respektiert wird. Der Amerikaner leitete zuletzt die Geschäfte in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

(aho/vst)