David Viniar ist eines der bekanntesten Gesichter von Goldman Sachs. Der Finanzchef sorgte mit dafür, dass die US-Investmentbank die Finanzkrise fast schadlos überstand. Nach 13 Jahren im Amt ist nun Schluss. Nachfolger wird aus dem eigenen Haus der Topmanager Harvey Schwartz, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Viniar habe nach 32 Jahren im Unternehmen entschieden, aus dem Dienst auszuscheiden, erklärte Goldman Sachs. Seit Mai 1999 wacht Viniar über die Finanzen der Investmentbank, die lange als das profitabelste aller Wall-Street-Institute galt. Er ist in seiner Funktion auch für die internen Abläufe zuständig.

Viniar sorgte mit einem wachsamen Auge aufs Risikomanagement dafür, dass Goldman Sachs die Finanzkrise 2008 und 2009 fast schadlos überstand und rasch wieder Milliarden verdiente. In letzter Zeit zehrten allerdings die europäische Schuldenkrise, allgemeine weltwirtschaftliche Unsicherheiten und verschärfte gesetzliche Vorgaben an den Gewinnen.

Anzeige

Das Allerbeste

Neben Bankchef Lloyd Blankfein gehört David Viniar zu den bekanntesten Köpfen der Bank. Er amtiert, seitdem das Investmenthaus im Jahr 1999 an die Börse gegangen ist. «David repräsentiert das Allerbeste an Goldman Sachs und unserer Kultur», lobte Blankfein seinen langjährigen Weggefährten.

«Ich hatte eine wunderbare Karriere bei Goldman Sachs», erklärte Viniar. Allerdings wird er sich nicht komplett aus der Bank zurückziehen: Er geht in den Verwaltungsrat, das Kontrollgremium bei US-Konzernen. In naher Zukunft wolle Goldman Sachs überdies mehrere unabhängige Mitglieder ernennen, liess die Bank wissen.

Erfahrener Risikomanager

Viniars Nachfolger Schwartz ist seit 1997 bei Goldman Sachs. Er arbeitete sich zu einem der Chefs der Wertpapier-Sparte hoch. Bankchef Blankfein stellte ihn als einen erfahrenen Risikomanager vor mit tiefen Kenntnissen der Märkte.

Goldman Sachs stand lange im Zentrum der Kritik von US-Politikern, wenn es um Verfehlungen und Auswüchse der Wall Street ging - auch weil die Bank mit die höchsten Boni zahlte. Bei den Bankskandalen der vergangenen Monate tauchte der Name indes nicht mehr auf. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC stellten jüngst ihre Ermittlungen wegen vermeintlich krummer Hypotheken-Deals ein.

Vor zwei Jahren war Goldman Sachs in die Negativschlagzeilen geraten, als die SEC der Bank vorgeworfen hatte, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben. Goldman Sachs räumte ein, die Investoren unzureichend informiert zu haben und zahlte 550 Millionen Dollar.

(laf/aho/sda)