Der frühere Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper legt sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender der krisengeschüttelten deutschen HSH Nordbank vorzeitig nieder. Der 77-Jährige gebe sein Mandat spätestens zum 28. Februar ab, teilte die Bank in Hamburg mit.

Bereits am Freitag wollten die Mehrheitseigentümer der Bank - die Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein - einen Nachfolger für Kopper benennen.

Kopper habe Unternehmenschef Constantin von Oesterreich bereits Mitte Dezember schriftlich über seine Entscheidung informiert, teilte das Finanzinstitut weiter mit. Bereits bei Amtsantritt Mitte 2009 habe Kopper erklärt, er wolle die Aufgabe lediglich für maximal drei Jahre übernehmen. Das Mandat lief turnusgemäss bis Mai 2014.

Oesterreich erklärte, Kopper habe die Bank «in einer ihrer schwierigsten Phasen begleitet und sich grosse Verdineste bei der Neuausrichtung des Instituts erworben».

Umstrittener Aufhebungsvertrag

Aus der Politik hatte es zuletzt aber auch immer wieder Bedenken gegen Koppers Vorgehen gegeben. Die Kritik an dem Aufsichtsratsvorsitzenden hatte sich unter anderem an dem umstrittenen Aufhebungsvertrag entzündet, den Kopper mit dem früheren Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher geschlossen hatte.

Die HSH Nordbank kommt derzeit nicht aus den negativen Schlagzeilen. Im Oktober hatte Vorstandschef Paul Lerbinger überraschend sein Amt aufgegeben. Im November teilte die Bank mit, sie sei durch faule Kredite in Schwierigkeiten geraten; die Länder - und damit die Steuerzahler - müssten von 2019 bis 2025 für Verluste bis maximal 1,3 Milliarden Euro garantieren.

(vst/aho/sda)